Opel übernimmt hbl-titel: blitz-comeback nach 20 jahren toyota-pause

Die Handball-Bundesliga bekommt ihren vierten Autonamen in 18 Jahren: Opel löst Daikin als Titelpartner ab Sommer 2026 ab und zahlt laut Insidern eine mittlere einstellige Millionensumme pro Saison – deutlich weniger als die über fünf Millionen des Wärmepumpen-Spezialisten, aber genug, um die Liga vor dem TV-Rechte-Comeback 2027 zu stabilisieren.

Wie ein blitz: opel kehrt nach turbo-auszeit zurück

Die Rüsselsheimer waren zuletzt 2022 beim BVB verschwunden, nachdem sie Mainz die Opel Arena geschenkt hatten. Nun springen sie in die Handball-Lücke, die Daikin reißt, weil der Wärmepumpen-Boom ins Stottern geriet. Die Japaner zogen ihre Verlängerungsoption – und ließen eine Lücke offen, die Opel seit Wochen intern „Blitz-Loch“ nennt. Die Marke braucht Sport, um ihre Elektro-Offensive „Manta GSe“ und den Einstieg in die Formel E zu untermauern. Handball liefert das: 306 Spiele pro Saison, 70 % Quote in der ARD, ein Publikum, das SUVs und Stromer kauft.

Die Verhandlungen liefen über die Agentur Team, die schon Volkswagen in die 3. Liga brachte. Die HBL-Führung um Frank Bohmann hatte intern nur zwei Kriterien: Mindestens drei Jahre Laufzeit und eine Summe, die die Klub-ETats nicht gleich wieder zerreißt. Opel sagte zu, Bayerische Landesbank stellt die Garantie. Gezeichnet ist noch nichts, aber die Finalisierung gilt als Formsache – es fehlen nur noch die „i-Tüpfelchen“, wie es in Rüsselsheimer Sitzungen heißt.

Die geisterstunde von 2007 kehrt zurück

Die geisterstunde von 2007 kehrt zurück

Wer die Historie kennt, spürt Déjà-vu. 2007/08 startete die Liga als Toyota Handball-Bundesliga, damals 1,8 Millionen Euro pro Jahr. Dann kamen DKB, Liqui Moly, Daikin – alles drehte sich um Geld, das nie ganz reichte. Nun also wieder ein Auto, wieder ein Stuttgarter Konzern im Rücken. Die Liga hofft, dass Opels Elektro-Image nicht nur die Marke, sondern auch den Sport auflädt. Die Botschaft: Handball fährt mit Strom – und nicht mehr mit Öl.

Die Klubs reagieren gemischt. SC Magdeburg und THW Kiel loben die Planungssicherheit, kleine Vereine wie HBW Balingen fürchten, dass Opels Präsenz die Preise für Neben-Sponsoren nach oben treibt. Die Liga will mit dem Deal vor allem eins: 2027, wenn die neuen TV-Rechte versteigert werden, nicht mehr als Bettelbundesliga dazustehen. Opel soll die Einnahmen stabilisieren, damit die ARD und Sky beim nächsten Poker nicht wieder drücken.

Für Opel ist es der erste Titel an einer kompletten Liga – nach Stadion, Trikot und Rugby Union nun also Handball. Die interne Zielmarke lautet: „Back in the game – mit Vollgas.“ Ob das reicht, um Jugendliche zum Opel Mokka Electric zu lotsen, wird sich zeigen. Fest steht: Die HBL bekommt ihren neuen Namen – und der klingt nach Benzin, nach Geschichte, nach einem Comeback, das niemand kommen sah. Außer vielleicht der, der 2005 den letzten Sponsoring-Check unterschrieb. Der sitzt heute im Aufsichtsrat – und heißt Frank Bohmann.