Millgramm springt ablösefrei nach paderborn – scp sichert sich magdeburger flügelflitzer

Der SC Paderborn hat seine erste Personalie für 2026/27 klar gemacht: Albert Millgramm wechselt ablösefrei vom 1. FC Magdeburg an die Pader, bestätigte der Klub am Montag. Der 21-jährige Offensivspieler unterschreibt trotz nur zwei Zweitligaeinsätzen in dieser Spielzeit – ein Transfer, der im scouting getreide Reichweite signalisiert.

Sebastian lange schwärmt von tempo und dribbling

Sebastian lange schwärmt von tempo und dribbling

„Albert ist schnell, technisch gut und hat seine Stärken auch im direkten Duell“, sagte Geschäftsführer Sport Sebastian Lange. Die Aussage klingt nach Standard, doch hinter den Kulissen wusste der SCP schon länger: Millgramm war beim Umbruch der Magdeburger Reserve der Konstante – fünf Tore, fünf Vorlagen in 19 Spielen, meist als Rechtsaußen, der sich ins Zentrum zieht. Seine xG-Rate von 0,28 pro 90 Minuten liegt über Liga-Durchschnitt, seine Sprintfrequenz sogar in den Top-10 der U23-Regionalliga Nordost. Daten, die Paderborns Analytic-Abteilung seit November auf dem Schirm hatte.

Der Wechsel kommt zu einem Zeitpunkt, da der Club mit der Planung für die zweite Bundesliga-Saison in Folge unter Hochdruck steht. Mit Robert Leipertz und Dennis Srbeny laufen zwei Leistungsträger aus, auf den Flügeln droht personelle Schieflage. Millgramm soll nicht nur Backup sein, sondern die offensive Rotation entlasten – ein Rollenbild, das Trainer Lukas Kwasniok schon in der Wintervorbereitung intern skizzierte.

Magdeburg wiederum verliert einen Eigengewächs, der den Sprung in den Profikader kaum schaffte. Die Konkurrenz durch Barış Atik und Hannes Schrot blockierte seine Minuten, statt Leihgeschäft zog der Spieler die Trennung vor. Ablösefrei bedeutet: der 1. FC Magdeburg verzichtet auf eine Kommissionszahlung, sichert sich aber eine Weiterverkaufsbeteiligung von 25 Prozent – Klausel ist dabei, fällig wird sie, wenn Millgramm die Bundesliga erklimmt.

Für den Spieler selbst ist der Schritt ein Poker. Wechselt er jetzt, erhält er in Paderborn Trainingsstrukturen, die Jungprofis regelmäßig in den Kader hieven – siehe Frederic Ananou oder Maximilian Rohr. Bleibt er, riskiert er, auf der Bank zu verstauben. Der Vertrag in Ostwestfalen gilt Medieninformationen zufolge bis 2029, mit Option auf ein weiteres Jahr. Die Gehaltsstruktur steigt staffelmäßig: Anfangs 150.000 Euro Grundgehalt, bei 25 Pflichtspielen bereits 300.000 plus Prämien.

Der SCP hatte in dieser Saison 13 verschiedene Torschützen, die Torgefahr aus dem zweiten Glied aber stagniert. Millgramms Fähigkeit, zwischen die Linien zu rutschen, passt zum Kwasniok-Prinzip: flache Ballsicherheit, sofortige Verlagerung, Überzahl im Halbraum. Ob er den Sprung schafft, entscheidet sich nicht zuletzt an der Psychologie: Zweitliga-Druck ist laut, der Fanfokus aufstrebend. Wer in Paderborn besteht, kann überall bestehen. Der Countdown läuft: noch 128 Tage bis zur Vorbereitung, dann zeigt sich, ob Millgramm nur ein Projekt oder schon der Joker ist, der den SCP stabil in der Mitte der Tabelle verankert.