Mainz 05 kassiert 14 millionen und droht der bundesliga mit gelddruck

14 Millionen Euro plus ein Achter im Keller – das ist kein Tippfehler, sondern die Bilanz, die Christian Heidel beim Spaziergang durch die Kabine schmunzeln lässt. Der 1. FSV Mainz 05 hat sich in der Conference League verwandelt: vom Abstiegskandidaten zum Zuschauer-Krösus.

Die nullnummer, die alles startete

0:0 in Olmütz – ein Ergebnis, das in der Europa-League-Ära als Alibi gegolten hätte. Im Modus der Conference League war es der Startschuss für ein Kassengift. 123.500 Fans strömten bisher in die Mewa Arena, im Rückspiel gegen die Tschechen fehlt nur noch ein Häufchen Karten. „Wir liegen im Zuschauerschnitt klar vor dem Zweitplatzierten“, sagt Heidel und klingt dabei wie ein Festivalveranstalter, der merkt, dass sein Headliner doch noch kommt.

Dahinter steckt mehr als German Angst vor dem europäischen Frühling. Die Mainzer haben erstmals das Achtelfinale eines UEFA-Wettbewerbs erreicht – ohne Umweg über Play-offs im Februar. Das löst Prämienstufen aus, die selbst alte Haudegen wie Heidel blinzeln lassen: 10,8 Millionen Euro warten noch im Lostopf, 4 plus 4 für das Finale in Leipzig. Unter dem Strich rechnet der Sportvorstand mit acht Millionen Reingewinn – ein Betrag, der in der Bundesliga-Tabellenkellerzone so schnell kein Fernsehgeld nachrückt.

Der nebenschauplatz, der hauptgeld bringt

Der nebenschauplatz, der hauptgeld bringt

Versteckt hinter dem Zaun des Trainingsgeländes steht ein weißes Zelt – dort zählen Kassenleute die Einnahmen aus Merchandising und Catering. Der Club verkauft neben Tickets auch Hoffnung. Denn die Liga liefert derzeit das Gegenteil: Platz 15, drei Punkte vor dem Strich. Doch statt Krisensitzungen gibt es Dauerkarten-Wartelisten. Die Fans spüren: Wer europäisch spielt, kann nicht gleichzeitig abstürzen.

Am Donnerstag um 18.45 Uhr geht es gegen Sigma Olmütz weiter. Ein Tor reicht, die Mewa Arena wird kochen. Sollte Mainz das Viertelfinale erreichen, winkt ein Comparatively leichtes Los: Racing Straßburg oder HNK Rijeka. Das bedeutet nicht nur weitere 1,3 Millionen Prämie, sondern zwei Heimspiele im April – und damit volle Kassen, volle Kurve, volle Kasse.

Die Ironie: Je länger Mainz in Europa tanzt, desto mehr Geld fließt in die Kaderplanung für die neue Bundesliga-Saison. Heidel braucht sich nicht mehr zu fragen, wie er Spieler hält – er kann sie kaufen. Die Conference League verwandelt sich für den Traditionsklub zur Gelddruckmaschine. Die Liga liefert das Drama, Europa die Kohle. Und Mainz lacht sich eins.