Mainz 05 bekommt lizenz ohne auflagen und jagt 160-millionen-rekord

Der 1. FSV Mainz 05 darf auch 2026/27 unbehelligt in der Bundesliga ran – die DFL verzichtet auf Auflagen. Gleichzeitig jagt der Klub die 160-Millionen-Einnahmemarke, die erstmals fallen dürfte.

Conference-league-coup beschert 16 millionen euro

Keine Klauseln, keine Nachbesserung, kein Spielraum für Spekulationen. Die Lizenz „erster Klasse“ ist blank, wie der Verein am Donnerstag mitteilte. Dahinter steckt ein Konstrukt, das sich seit Jahren aus Zahlen zusammensetzt, statt aus Wunschdenken. Das Viertelfinale der Conference League bescherte Mainz eine Prämie von 16 Millionen Euro – ein Plus von rund zehn Millionen nach Abzug aller Kosten. Die Summe reicht, um die Kaderplanung schon jetzt auf 52 Millionen Euro zu stützen. Nach Wintertransfers klettert der Etat auf 55 Millionen.

Die Saison 2024/25 endete bei 141,7 Millionen Euro Umsatz, nur drei Millionen unter dem Rekord von 2018/19. Der fehlt nun wahrscheinlich. Sponsorengelder steigen, TV-Prämien sind fix, und die Zuschauer kehren in vollem Umfang zurück. „Die Lizenz ohne Auflagen mag sich wie eine Selbstverständlichkeit anhören, ist für uns aber die Bestätigung unseres verantwortungsvollen Handelns“, sagt Vorstandschef Stefan Hofmann. Er weiß: In der 2. Liga droht ein Abrutschen auf 70 Millionen – ein Loch, das der Klub nie zuvor kennengelernt hat.

Neue spieler haben den klassenerhalt vor augen

Neue spieler haben den klassenerhalt vor augen

Stefan Posch, Phillip Tietz, Silas und Sheraldo Becker schlugen sofort ein. Gegen Bayern München am Samstag (15.30 Uhr) reicht Mainz ein Punkt, um den vorzeitigen Klassenerhalt zu perfektieren. Die Quartett-Verpflichtung war kein Luxus, sondern Notwendigkeit: Urs Fischer ersetzte Bo Henriksen und verlangte Profis mit Laufbereitschaft statt Laufvermögen. Die Verantwortlichen stimmten zu – und erhöhten kurzfristig den Etat. Ein Risiko, das sich auszahlt: Mainz steht bei 39 Punkten, 13 mehr als der Relegationsplatz.

Die Mitgliederversammlung im Herbst wird deshalb keine roten Zahlen sehen. Stattdessen winkt ein Rekord, der längst mehr ist als Buchhaltung: Er ist die Visitenkarte für Investoren, für Spieler, für Fans. Und er ist die Antwort auf alle, die Mainz nach dem Abstiegskrimi der Vorsaison für bankrott hielten. Der Klub lebt – und zwar besser denn je.