Laporta zerquetscht font und führt barça bis 2031 – 68 prozent sprechen ein deutliches wort
Joan Laporta schlägt zu wie ein Blitz: 68,18 Prozent der Stimmen, ein Vorsprung von fast 40 Prozentpunkten, und das alles bei einer Wahlbeteiligung, die eher an Provinzwahl als an den größten Sportverein Europas erinnert. Der 63-Jährige bleibt Präsident des FC Barcelona, bleibt Lotse durch den Schuldennebel, bleibt – das bewies er schon 2021 – der Mann, der Victor Font einfach nicht los wird.
Die Urnen schlossen am Sonntag um 21 Uhr, zehn Minuten später jubelte Laporta vor den Kameras: „Dieses Ergebnis macht uns sprachlos, niemand wird uns stoppen.“ Dahinter stand Hansi Flick, der Bundestrainer von Nebenan, frisch gebackener Clubeigentümer-Stimmberechtigter, sowie Aitana Bonmatí, dreifache Weltfußballerin, die ebenso ihre Stimme abgab wie der gesamte Profikader. Symbolik? Selbstverständlich. Laporta inszeniert sich als Präsident der Spieler, nicht nur der Mitglieder.
Camp nou soll 2027 endlich wieder brüllen
Die große Baustelle wartet. Ein Jahr Verzögerung, 1,2 Milliarden Euro Investitionsvolumen, 105 000 neue Plätze – das Projekt „Espai Barça“ ist mehr als ein Stadionumbau, es ist ein Statement gegen die Schuldenlast von derzeit 1,3 Milliarden Euro. Laporta verspricht, dass 2027 die ersten Pfähle wieder im katalanischen Boden stehen. Ob die Banken mitspielen, wird sich zeigen. Die nächsten fünf Jahre sind keine Amtszeit, sondern ein Schnellzug zwischen Insolvenz und Immobiliengewinn.
Font, der ewige Herausforderer, kassierte 29,78 Prozent und klagte sofort über „den Wermutstropfen des Tages“: nur 42 Prozent Wahlbeteiligung. Seine Forderung: digitale Stimmabgabe für die Diaspora, damit mehr als 48 480 Stimmen zählen. Klingt nach Demokratie, riecht aber auch nach Neustart-Rhetorik für 2031. Laporta hört solche Sätze nicht mehr. Er hat andere Sorgen.
De Koeman, de Jong, de Schulden – das Trio begleitet ihn seit Amtsantritt 2021. Nun kommt die zweite Runde. Erstmals seit 2015 könnte Barça wieder ohne Verkaufsdruck auf TV-Rechte oder Merchandising operieren, sofern das neue Camp Nou pünktlich Cash spuckt. Die Spielerabgaben von Messi, Griezmann und Coutinho sind verdaut, doch die Gehaltsdecke bleibt ein Scherbenhaufen. Laportas Lösung: verkaufen, was geht – außer Pedri und Lamine Yamal. Die gelten als unantastbar, wie einst die heiligen Trikots im Museum.

Der countdown läuft: noch 1 826 tage bis zur stadion-eröffnung
Am 1. Juli übernimmt er offiziell wieder das Amt, kurz vor dem Start der Vorbereitung auf 2026/27. Dann muss Barça nicht nur sportlich in die Champions-League-Runde der Letzten ziehen, sondern auch finanziell die Börse der Zukunft bedienen. Die Mitglieder haben ihm das Vertrauen geschenkt – oder besser: sie wählten das bekannte Chaos statt des unbekannten. 68 Prozent sind kein Mandat, das ist ein Befehl: Fertig bauen, Geld auftreiben, Titel holen. Laporta weiß, dass er 2031 keine dritte Chance bekommt. Font wartet schon in den Startlöchern.
Barça spielt weiter, der Präsident auch. Die nächsten fünf Jahre entscheiden, ob das Camp Nou zur Festung oder zur Ruine wird. Die Fans haben ihre Wahl getroffen, das Stadion folgt 2027. Bis dahin bleibt Laporta der Mann, der Font immer wieder schlägt – und der Uhr, die tickt, kaum Beachtung schenkt.
