Kiel versinkt im chaos: nürnberg schickt die störche mit 3:2 auf schlingerkurs

Tim Walter stand 90 Minuten lang an der Seitenlinie, aber selbst der neue Coach konnte nicht verhindern, dass Holstein Kiel am Freitagabend erneut in sich zusammenfiel. Der 1. FC Nürnberg beendete mit einem 3:2-Auswärtssieg nicht nur die eigene Mini-Krise, sondern schickte die Norddeutschen damit endgültig Richtung 3. Liga.

Justvans doppelschlag schockt die kieler seele

Julian Justvan brauchte keine Viertelstunde, um die Holstein-Defensive zu zerfetzen. Nach 14 Minuten spielte er sich mit zwei Kontaktstopp und einem Lupfer in die Lücke, nach 24 Minuten wiederholte er den Trick nur mit dem anderen Fuß. Beide Male stand Kiels Viererkette wie versteinert, beide Male hatte Keeper Thomas Dähne keine Chance. Die Gäste blieben danach nicht dominant, aber effizient – und das reichte.

Kapralik und Davidsen schafften vor der Pause noch den Ausgleich, doch die Hoffnung hielt keine 45 Minuten. Mohamed Alì Zoma erlöste den Club mit seinem zehnten Saisontreffer, während Kiel fortan nur noch dem Ball hinterherlief. Die Heimmannschaft schoss zwar 17 Mal, traf aber kein zweites Mal den Kasten. Die Statistik lügt nicht: drei Spiele, null Siege, 17. Platz – und die Moral sinkt tiefer als die Ostsee.

Was walter jetzt beweisen muss

Was walter jetzt beweisen muss

Der Trainer sprach nach Abpfiff von „kleinen Fehlern, die große Folgen haben“. Doch der Teufel steckt im Detail: Die Flankenverteidigung funktionierte nur in der Theorie, die Umstellung auf Dreierkette brachte mehr Lücken als Ordnung. Selbst der eingewechselte Lewis Holtby fand keine Lösung gegen Nürnbergs kompaktes Mittelfeld. Die Fans auf der Nordtribüne skandierten noch „Wir kommen wieder“, doch die Stimme wurde mit jedem Fehlpass leiser.

Für Klose ist der Dreier ein Seelenbalsam nach zwei Pleiten in Folge. Der Club klettert auf Rang 11 und hat plötzlich wieder Kontakt zur oberen Tabellenhälfte. Für Kiel droht das Déjà-vu: Vor zwei Jahren stieg man als Letzter ab, nun steht dieselbe Mannschaft mit dem Rücken zur Wand. Die Luft wird dünner – und der Zeitplan gnadenlos.