Kiel rückt ostseehalle zurück: thw verlässt wunderino-arena
Ab dem 1. April trägt der THW Kiel wieder in der Merkur Ostseehalle – und der Name klingt, als wäre er nie weggewesen. Die Arena, die seit 2019 als Wunderino-Arena firmierte, kehrt nach 75 Jahren Geschichte zu ihrer ureigenen Identität zurück. Der Grund: Die Merkur Group kauft sich für zehn Jahre als Titelsponsor ein und hebt damit eine Marke aus der Flensburger Bucht wieder aufs Dach des größten Kieler Veranstaltungszentrums.

Die rückkehr des originals
Manfred Stoffers, stellvertretender Vorstandssprecher der Merkur Group, sprach bei der Vertragsunterzeichnung von „Kindheitserinnerungen an Samstagabendshows“. Für viele Handball-Fans war der alte Name ohnehin nie aus der Sprache verschwunden – zu tief sitzt die Erinnerung an Europapokalsiege und die lauteste Kulisse der Liga. Die Betreibergesellschaft sieht im Glücksspielkonzern einen Partner, der in anderen Städten wie Magdeburg oder Düsseldorf bereits Sport- und Konzerthallen mit Infrastruktur und Events versorgt. Die Logistik ist klar: In den kommenden Wochen wechseln die Schriftzüge, die LED-Bänder und die Homepage-Adresse.
Für den THW Kiel ändert sich wenig – außer dem Gefühl. Die Halle bleibt dieselbe, die Kapazität auch. Aber der Name trägt wieder die Seeluft der Förde. Spieler wie Domagoj Duvnjak haben hier ihre ersten Titel gefeiert; nun bekommt die nächste Generation dieselbe Kulisse zurück, nur eben ohne Casino-Brand im Ohr. Die Vertragslaufzeit von zehn Jahren plus Verlängerungsoption sichert dem Klub Planbarheit – und der Stadt ein Stück Identität.
Die Zahlen sprechen mit: 75 Jahre Geburtstag, 10.500 Zuschauer maximal, 25 Millionen Euro Investitionen in Modernisierung seit 2005. Die Merkur Ostseehalle wird damit nicht nur älter, sondern auch jünger – zumindest im Kopf der Fans. Und der THW? Der kann ab April wieder in der Halle spielen, die nie wirklich aufgehört hat, seine zu sein.
