Hannover 96 trennt sich nach 90 tagen von schmadtke – der klub zieht die notbremse

Jörg Schmadtke ist nach nur drei Monaten wieder weg. Hannover 96 bestätigte am Sonntagabend die einvernehmliche Trennung vom Sportgeschäftsführer – eine Personalie, die schon seit Tagen durch die Kabine geisterte. Der Vertrag des 62-Jährigen, eigentlich bis 2029 datiert, endet vorzeitig zum 31. März 2026.

Die machtfrage ist offen

Die offizielle Begründung: „Unterschiedliche Vorstellungen zur künftigen sportlichen Ausrichtung.“ Wer genau welche Vorstellungen hatte, bleibt offen. Intern gaben Mitglieder des Aufsichtsrats gegenüber TSV Pelkum Sportwelt zu Protokoll, dass Schmadtkes Forderung nach alleiniger Kompetenz im Kaderbau auf Widerstand stieß. Präses Martin Kind habe zuletzt lieber auf die eingespielte Doppelspitze Henning Bindzus und Ralf Becker gesetzt – ein Machtpoker, den Schmadtke verlor.

Die Zahlen sind vernichtend: 13 Pflichtspiele, 16 Gegentore, nur vier Sieg. Die Defensive wirkt seit Wochen entzaubert, der Angriff ideenlos. Schmadtke hatte im Winter mit Phil Neumann und Jessic Ngankam zwei Leihgeschäfte gedreht, beide zeigen bislang keine Wirkung. Die Kurve forderte bereits beim 0:2 in Paderborn lautstark seinen Rücktritt.

Interimsteam übernimmt sofort

Interimsteam übernimmt sofort

Bindzus und Becker führen den Sportbereich kommissarisch, die Suche nach einer neuen Führungskraft läuft. Kandidiert wird intern Marcus Mann, derzeit Sportdirektor der U23, sowie Ex-Profi Per Mertesacker, dessen Vertrag bei der DFB-Akademie Ende Mai ausläuft. Die Entscheidung soll binnen vier Wochen fallen, bevor die Planung für die Saison 2026/27 anläuft.

Für Schmadtke ist es der zweite vorzeitige Abgang binnen 18 Monaten – nach dem unrühmlichen Leipzig-Exit 2024. Die 90-Tage-Statistik bleibt: ein Lehrgeld für einen Manager, der einst in Köln und Wolfsburg als Retter galt. Nun steht Hannover wieder am Anfang. Die Fans werden die Rechnung präsentieren, wenn am 5. April der HSV kommt.