Gavel-poker um bayern-trainerposten: stoschek schießt scharf

Die Personalie Anton Gavel sorgt für Erdbeben im deutschen Basketball. Während der FC Bayern offiziell noch vorsichtig formuliert, hat Bambergs Gesellschafter Michael Stoschek die Karten offen auf den Tisch gelegt und schwere Vorwürfe gegen die Münchner geäußert. Der mögliche Wechsel des erfolgreichen Trainers zum Rekordmeister ist damit weiter von höchster Brisanz geprägt.

Scharfe kritik an bayerns vorgehensweise

Scharfe kritik an bayerns vorgehensweise

Adrian Sarmiento, kaufmännischer Geschäftsführer des FC Bayern Basketball, versuchte am Rande der Saisonabschlussfeier, die Situation zu beschwichtigen. Er räumte ein, dass es Interesse an Gavel gibt und deutete an, dass das Vorgehen der Bayern bisher von einer gewissen Zurückhaltung geprägt gewesen sei. „Das Vorgehen, das wir insgesamt gesehen haben, auch wie da medial Druck aufgebaut worden ist – insgesamt auch gegenüber Anton –, hat schon so abgeschreckt, dass wir uns zunächst nicht fester oder tiefer engagieren wollten“, erklärte Sarmiento. Diese Aussage stieß jedoch auf wenig Gegenliebe bei Stoschek.

Laut Stoschek hat Gavel seinen bis 2027 laufenden Vertrag mit einem juristischen Kniff in Frage gestellt, um ablösefrei nach München wechseln zu können. Der Vorwurf: Gavel berufe sich auf einen Formfehler bei der digitalen Unterschrift des Vertrages. Und hier kommt der Clou: Stoschek behauptet, dass der FC Bayern selbst Gavel auf diesen angeblichen Formfehler hingewiesen habe. Ein direkter Seitenhieb auf die Bayern, der die Situation weiter anheizt.

Der Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte sich noch deutlich optimistischer geäußert und ein Engagement Gavels bereits als sicher angesehen. Sarmiento hielt sich nun aber deutlich zurück, betonte aber, dass Gavel weiterhin ein „spannender Kandidat“ sei. Die nächsten Tage werden entscheidend sein, um Klarheit zu schaffen. „Dass Anton für uns ein spannender Kandidat ist, wurde inzwischen mehrfach angesprochen und ist klar geworden.“

Sarmiento wies zudem vehement Vorwürfe zurück, wonach der FC Bayern versuchen würde, Vertragsthemen zu spitzfindigen Gunsten auszunutzen. „Als Bayern München haben wir immer Interesse an ordentlichen Lösungen. Das, was teilweise suggeriert wird, dass wir Vertragsthemen spitzfindig ausnutzen, ist totaler Quatsch. Wir wollen eine klare und ordentliche Lösung“, so der Geschäftsführer. Er äußerte zudem Bedauern darüber, dass der Konflikt auf Gavels Rücken ausgetragen werde, da dieser „so viel für den deutschen Basketball getan hat“.

Die Affäre Gavel wirft ein schlechtes Licht auf den deutschen Basketball und zeigt, wie hitzig die Personaldebatten im Profisport sein können. Ob sich die Parteien noch zu einer Einigung finden oder ob die juristischen Auseinandersetzungen weitergehen werden, bleibt abzuwarten. Die Faszination des Sports liegt oft im Detail – und in diesem Fall im juristischen Dickicht.