French open: tennisstars drohen mit interview-boykott wegen preisgeld

Paris – Die Stimmung im Vorfeld der French Open ist alles andere als entspannt. Eine Welle der Unzufriedenheit unter den Tennisprofis hat erreicht, dass einige Stars, darunter Jannik Sinner und Aryna Sabalenka, öffentlich ihren Unmut über das geplante Preisgeld zum Ausdruck gebracht haben. Nun droht ein ungewöhnlicher Protest: Mehrere Spieler wollen ihre Interviews nach nur 15 Minuten abbrechen, um auf die vermeintlich unfaire Verteilung der Einnahmen aufmerksam zu machen.

Boris becker: „ich kann die spieler verstehen“

Auch Tennislegende Boris Becker zeigt Verständnis für die Forderungen der Spieler. „Eine Tenniskarriere kann morgen vorbei sein. Eine erfolgreiche Tenniskarriere dauert – mit wenigen Ausnahmen – nur ein paar Jahre“, erklärte der ehemalige Wimbledon-Champion in einer Medienrunde. Er plädierte für eine gerechtere Verteilung der Gewinne und forderte, dass auch Spieler in den frühen Turnierphasen finanziell besser unterstützt werden. „Verdammt nochmal, wenn ihr so viel Geld verdient, gebt es doch als Preisgeld auch in den Anfangsrunden aus für Spieler, die das zum Überleben brauchen.“

Becker betonte, es sei falsch, die Spieler als „geldgierig“ zu bezeichnen. Vielmehr müsse man die Situation differenziert betrachten: „Was wollen die Spieler? Was ist das Angebot? Was verdient ein Grand Slam mit der Ausrichtung eines Tennisturniers? Und deswegen müssen die Spieler besser bezahlt werden.“ Die Forderung nach einer höheren Gewinnbeteiligung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Spieler nicht bereit sind, die aktuellen Verhältnisse einfach hinzunehmen.

Mauresmo: keine verhandlungen – preisgeld verdoppelt

Mauresmo: keine verhandlungen – preisgeld verdoppelt

Turnierdirektorin Amélie Mauresmo zeigte sich jedoch unnachgiebig. Sie erklärte, dass es in diesem Jahr keine weiteren Verhandlungen mit den Spielern geben werde. „Wir werden nicht nachgeben“, sagte die ehemalige Weltranglistenerste. Sie räumte zwar ein, dass die Situation belastend sei, verwies aber gleichzeitig darauf, dass sich das Preisgeld in den letzten zehn Jahren verdoppelt habe und in jüngster Zeit sogar noch deutlich angehoben worden sei. Die Frage ist, ob diese Erhöhungen die Bedürfnisse der Spieler ausreichend berücksichtigen.

Alexander Zverev, Deutschlands Nummer eins, gehört zu den Spielern, die den Protest unterstützen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob der Medienprotest die Veranstalter zum Umdenken bewegt oder ob die French Open trotz der angespannten Lage wie geplant stattfinden werden. Die Spieler haben ein klares Signal gesendet – die Verantwortlichen müssen nun handeln, um einen offenen Konflikt zu vermeiden und die Zukunft des Tennissports zu sichern. Die Diskrepanz zwischen den Einnahmen der Veranstalter und der Beteiligung der Spieler ist ein offenes Buch, dessen Kapitel nun dringlich neu geschrieben werden muss.