Fortuna düsseldorf: jobst und mislintat vor mammutaufgabe

Düsseldorf – Der Fall ist besiegelt: Fortuna Düsseldorf ist abgestürzt. Nach dem katastrophalen 0:3 am letzten Spieltag gegen Greuther Fürth steht der direkte Abstieg in die 3. Liga fest. Jetzt stehen Vorstandsboss Alexander Jobst und Sportvorstand Sven Mislintat vor einer gewaltigen Aufgabe, die weit über die bloße Analyse der Fehlentscheidungen hinausgeht.

Die scherben müssen aufgesammelt werden

Die scherben müssen aufgesammelt werden

„Jetzt geht es darum, die Scherben aufzukehren“, verkündete Jobst nach dem desaströsen Spiel. Die Worte klingen pathetisch, doch die Realität ist unerbittlich: Fortuna muss in der Drittklassigkeit neu durchstarten. Die Frage, wie diese Aufgabe bewältigt werden soll, beschäftigt die Anhänger und Verantwortlichen gleichermaßen. Der Druck auf Jobst und Mislintat ist enorm, denn die Fans erwarten eine schonungslose Aufarbeitung der Ereignisse.

Mislintat, der erst im Winter als Sportvorstand installiert wurde, räumte ein: „Der Abstieg verändert alles.“ Er deutete an, dass bereits am Dienstag die Diskussion um die „dazugehörigen Themen“ beginnen wird. Die Thematik ist komplex, denn die Fehlentscheidungen wurden nicht nur in der jüngeren Vergangenheit getroffen.

Ein Blick in die Vergangenheit offenbart ein düsteres Bild: Klaus Allofs, bis Dezember 2025 noch Sportvorstand, gestand im Frühjahr offen, dass der Transfersommer „ganz schlecht“ gewesen sei. Gemeinsam mit Ex-Profi und Sportdirektor Christian Weber war er für den Kader verantwortlich, aus dem nun wohl nur ein Bruchteil einen Vertrag für die 3. Liga hat. Dieser Umstand wirft ein schlechtes Licht auf die strategische Ausrichtung des Vereins und die Kompetenz der Verantwortlichen.

Trainer Alexander Ende steht ebenfalls vor einem ungewissen Zukunft. Obwohl er mit zwei Siegen in den letzten Spielen kurzzeitig Hoffnung geweckt hatte, reichte es nicht, um die Relegation zu erreichen. Ein „nur“ zweitoriger Unterschied gegen Fürth hätte gereicht, um die Klasse zu halten – stattdessen geht es für Ende und Fortuna gemeinsam mit Preußen Münster in die Drittklassigkeit. Der Coach selbst scheint jedoch gewillt, den Neuaufbau anzugehen, unterstrich aber, dass sein Vertrag bis 2027 auch einen Abstieg beinhalte.

Die Saison begann ambitioniert mit dem klaren Ziel des direkten Aufstiegs. Doch die Realität sah anders aus. Nach einem schlechten Start verlor die Klubführung im Herbst die Geduld mit dem beliebten und anerkannten Daniel Thioune, woraufhin Markus Anfang übernahm. Auch unter seiner Führung ging es sportlich weiter bergab. Ende versuchte zwar, die Wende herbeizuführen, scheiterte aber letztendlich am K.o. von Fürth.

Die Fehlentscheidungen häuften sich, und die Verantwortlichen konnten die Entwicklung nicht stoppen. Fortuna Düsseldorf steht vor einer Zäsur, die den Verein grundlegend verändern wird. Ob Jobst und Mislintat die Aufgabe stemmen können, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass die kommenden Monate entscheidend für die Zukunft des Vereins sein werden.

Die Zahl spricht eine deutliche Sprache: Fortuna Düsseldorf verabschiedet sich mit einem Minus von über 20 Millionen Euro aus der 2. Bundesliga. Ein herber Schlag für einen Verein mit Tradition und Ambitionen.