Fil zieht planungs-kanone auf: rodel-weltcup fest bis 2030, doch zwei bahnen wackeln

Keine wilden Gerüchte mehr, kein Wettbewerb ums nächste Etappenziel: Die FIL hat ihren kompletten Weltcup-Kalender bis zu den Olympischen Spielen 2030 rausgehauen – und liefert damit Sportlern, Veranstaltern und TV-Partnern das, was in der Eisschnellauf-Welt seit Langem undenkbar ist: absolute Planungssicherheit.

Fogelis verspricht stabilität, doch die realität schimmert durch

Fogelis verspricht stabilität, doch die realität schimmert durch

„Ein klares Zeichen für Stabilität, Transparenz und Verlässlichkeit“, tönte Präsident Einars Fogelis. Großes Kino. Doch hinter der PR-Fassade lauern zwei Brocken, die dem Rodel-Zirkus kalte Schauer bereiten könnten. Die WM 2027 in Innsbruck-Igls steht unter Vorbehalt, weil die Modernisierung der Bahn mit Baufehlern zu kämpfen hat. Und die WM 2028 am Königssee? Die Rodelarena wird gerade neu gebaut – Termin und Budget halten sich wacker im Reich der Spekulationen.

Trotzdem: Wer bis 2030 Medaillen sammeln will, kann jetzt zielgenau trainieren. Der Auftakt zur Saison 2026/27 erfolgt Ende November in Winterberg, gefolgt von Gastspielen in Pyeongchang und Yanqing – Olympiabahnen, die ihre eigenen Geschichten schreiben: Südkorea mit dem Geist von 2018, China mit dem Erbe von 2022. Cortina d'Ampezzo, frisch gebackener Olympia-Standort, darf sich gleich drei Mal ins Weltcup-Tagebuch eintragen. Die Athleten jubeln, die Manager atmen auf.

Die Zahl, die alles sagt: 48 Monate im Voraus terminiert – das schafft selbst die FIFA nicht für ihre Klub-WM. Die Message ist klar: Der Rodelsport will endlich erwachsen wirken, weg von der Rumpelgruppe, hin zur Premium-Marke. Ob das reicht, um neue Sponsor-Millionen zu locken, wird sich zeigen. Erste Gespräche laufen offenbar bereits, und die TV-Rechte für den deutschsprachigen Raum stehen 2027 zur Neuvergabe.

Für Max Langenhan und Co. heißt es nun: Leistungszentren buchen, Materialtestzyklen festzurren, Sponsorenpräsentationen mit Fakten statt mit Fragezeichen füttern. Die FIL liefert das Gerüst, die Athleten müssen liefern – und die Veranstalter haben endlich keine Ausrede mehr, wenn wieder eine Tribüne halb leer bleibt. Die nächsten vier Jahre sind gebucht, die Karten sind verteilt. Jetzt zählt nur noch die Zeit im Eiskanal.