Fc coburg stellt sich neu auf: bayernliga-schlusslicht startet aufholjagd

51 Gegentore, Kellerplatz, drei Debakel in Folge – der FC Coburg ist im freien Fall. Doch hinter den Kulissen arbeitet Co-Trainer Fritz Kühnlenz an einer Kehrtwende, die den Aufsteiger doch noch retten soll.

Die schockphase vom oktober

1:7 in Ingolstadt, 0:6 gegen Weiden, 0:5 in Neumarkt – 18 Treffer in drei Wochen, ein Satz, der sich selbst in der Bayernliga-Nord wie ein Tippfehler liest. Kühnlenz spricht von „brutalen Wochen“, in denen die Mannschaft „kein Team mehr war“. Die Köpfe gingen runter, nach dem 0:3 gegen Stadeln drohte die Saison zu kippen.

Die Ursache lag weniger an taktischen Rissen als an körperlicher Unterlegenheit. „Die Gegner sind robuster, schneller, direkter“, analysiert der 36-Jährige. Eine junge Elf, in der Landesliga noch nach Belieben kombiniert, bekam die Rechnung präsentiert: Zweikampfquote 38 %, kein einziger Sieg gegen die Top-7, nur 22 Punkte nach 22 Spielen.

Plan b: weg vom schönspiel

Plan b: weg vom schönspiel

Die Antwort heißt Geradlinigkeit. Diagonale Bälle, zweite Bälle, lange Abstöffe – alles, was bislang fehlte, wird jetzt eingeübt. „Wir wollen nicht mehr aldestes Theater spielen, sondern Punkte“, sagt Kühnlenz. Der 4:0-Erfolg im Oberfranken-Duell gegen Hof war kein Zufall, sondern erste Probe für die neue Spielweise. Sechs Punkte bis zum rettenden Ufer, das klingt machbar, wenn man die Halbserie so abschließt.

Die Mannschaft ist fit, die Wintervorbereitung fiel verschneit und laufbelastend aus – genau das, was die Beine brauchen, um auf den „Lost Grounds“ der Liga zu überleben. Torjäger Ricardo König lieferte schon das erste Signal: 4:3 in Großschwarzenlohe, 90.+3, Netzer lässt grüßen.

Der kampfplan bis mai

Der kampfplan bis mai

Der FC Coburg spielt sich nicht mehr schön, sondern raus. Die Anpassungen laufen, der Tabellenabstand schmilzt. Kühnlenz bleibt realistisch: „Wir stecken in der Schlammschlacht, aber wir haben den kürzeren Atemweg.“ Die Bayernliga verzeiht keine Halbwertszeiten – und genau deshalb kann der Aufsteiger jetzt mit Vollgas stilvoll landen.