Chinese super league versinkt im korruptionssumpf

Neun von sechzehn Klubs starteten am Freitag mit Punktabzügen in die neue Saison der Chinese Super League. Das ist kein Schreibfehler. Das ist der Zustand einer Liga, die sich selbst zerlegt hat.

Vom goldrausch zum scherbenhaufen

Es gab eine Zeit, da war China der Sehnsuchtsort für alternde Fußballstars mit vollem Konto und leeren Beinen. Carlos Tevez, Hulk, Didier Drogba, Nicolas Anelka – sie alle pilgerten ins Reich der Mitte, angelockt von Gehältern, die jede Vernunft sprengten. Felix Magath coachte von 2016 bis 2017 bei Shandong Taishan. Sandro Wagner stürzte sich ebenfalls ins Abenteuer. Der Boom schien unaufhaltsam.

Dann kam das böse Erwachen. Spielmanipulation, Glücksspiel, Korruption – der Verband verhängte im Januar nach monatelangen Untersuchungen Sanktionen gegen insgesamt 13 Vereine, vier davon sind inzwischen abgestiegen. Shanghai Shenhua und Tianjin kassierten jeweils zehn Punkte Abzug – die härteste Strafe im Feld. Ausgerechnet Shanghai, wo einst Jörg Albertz und Carsten Jancker spielten.

Guangzhou fc: das härteste urteil der liga-geschichte

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Noch drastischer traf es Guangzhou FC, den einstigen Rekordmeister, früher unter dem Namen Evergrande bekannt. Anfang 2025 wurde der Klub wegen massiver Schulden seines Eigentümers komplett aus dem Profiligabetrieb ausgeschlossen. Kein Abstieg. Rauswurf. Im September 2024 hatten bereits Dutzende Funktionäre und Spieler lebenslange Sperren erhalten.

Der Verband spricht von einer „Nulltoleranzpolitik