Bender wirft hin: kein glaube mehr an wacker-traum – ostrzolek übernimmt

Lars Bender zieht den Stecker. Nach 22 Monaten an der Salzach verlässt der 35-Jährige Wacker Burghausen freiwillig – weil er die angepeilte 3. Liga bis 2030 für „nicht erreichbar“ hält. Sein Nachfolger: Matthias Ostrzolek, bislang Spielertrainer in Augsburg, heute schon Sportdirektor in spe.

Der satz, der alles beendet

„Ich stehe auf große Visionen. Aber mir fehlt das ‚Wie‘.“ Mit diesem einen Satz löst Bender einen Erdbeben-Effekt aus. Kein Streit, kein Klatschen, nur ein ehrlicher Blick auf die sportliche Realität: Tabellenplatz 9, zwei Auswärtssiege seit September, dazu eine Standardschwäche, die längst zur Mentalitätsfrage geworden ist. Die Liga ist noch zu retten, der Traum nicht. Also geht er – und das schon im Sommer.

Andreas Huber musste handeln. Die Personalie Ostrzolek bekam „absoluten Vorrang“, sagt der Geschäftsführer. Der 33-jährige Linksverteidiger unterschreibt für zwei Jahre, legt die Fußballschuhe sofort an den Nagel und startet durch als Chef-Coach. Eine Wette auf die Zukunft, aber auch ein Signal: Weiter so geht nicht.

Letzte mission: pokal-coup statt abstiegskampf

Letzte mission: pokal-coup statt abstiegskampf

Für Bender beginnt jetzt die Endspiel-Phase. Drei Punkte aus drei Spielen – das ist kein Abschied auf Rädern, sondern ein Kampf gegen den Rhythmus. „Die Luft ist raus? Von wegen! Ich spüre diesen Zug noch“, poltert er. Und meint damit vor allem den DFB-Pokal-Achtelfinalisten am Dienstag in Stuttgart. Ein Finaleinzug wäre das perfekte Adieu-Geschenk – und würde die Salzach-Arena erstmals seit Jahren wieder bundesweit ins Fernsehen beamen.

Die Mannschaft hängt hinten und vorne. Sie will lernen, aber sie braucht Erfolge, um zu glauben. Die nächsten Gegner: Buchbach (Heimspiel) und Würzburg (Auswärts). Zwei Finals vor dem Pokal-Finale. Gewinnt Wacker beide, ist Rang 7 drin – das Minimalziel nach dem verpatzten Vorjahres-Höhenflug. Verliert sie, rutscht sie bis auf Platz 13. Dann wäre selbst das Pokal-Märchen nur ein Trostpreis.

Bender wird nicht mehr dabei sein, wenn es 2025 ernst wird. Aber er will die Weichen stellen. „Ich stehe auf Ziele“, wiederholt er wie ein Mantra. Sein größtes Ziel heißt jetzt: Den Schlüssel liefern, damit Ostrzolek nicht in ein Trümmerfeld tritt. Denn sonst bleibt von der 3-Liga-Vision nur ein leeres Feld und ein verträumtes Schild: „Abfahrt 2030 – verschoben auf unbestimmte Zeit.“