Bayern zerlegt union berlin und peilt historischen torrekord an
Vier Tore, neun Punkte Vorsprung, 97 Saisontreffer – und der April hat noch nicht einmal begonnen. Der FC Bayern München hat am SamstagUnion Berlin mit 4:0 vom Rasen der Allianz Arena gefegt und sich damit in eine Ausgangsposition manövriert, die selbst hartgesottene Bundesliga-Skeptiker ins Grübeln bringt.
Ein abend für die statistikbücher
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Nach 27 Spieltagen haben die Münchner bereits 97 Tore erzielt. Der ewige Vereinsrekord aus der Saison 1971/72 liegt bei 101 Treffern – und der fällt in den nächsten Wochen. Ganz sicher. Serge Gnabry traf doppelt, Michael Olise per Schlenzer ins lange Eck, Harry Kane legte kurz nach dem Wiederanpfiff nach. Sein 31. Saisontor in der Liga. Dreißig Spiele noch nicht gespielt, und Kane nähert sich Territorien, die in München zuletzt Robert Lewandowski kannte.

Union hatte keine antwort – aber zumindest einen plan
Trainer Vincent Kompany musste auf gleich vier gesperrte oder verletzte Stammkräfte verzichten: Jonathan Tah, Luis Díaz, Nicolas Jackson und Aleksandar Pavlovic fehlten allesamt. Trotzdem wirkte Bayern von der ersten Minute an wie ein Team, das weiß, was es will. Union versuchte es mit einer stabilen Defensive und langen Bällen in die Tiefe – das hielt immerhin bis kurz vor der Pause. Dann brachen alle Dämme. Innerhalb von sieben Minuten rund um den Halbzeitpfiff machten die Bayern kurzen Prozess: Olise, Gnabry, Kane. Fertig.
Was Union in der zweiten Hälfte noch versuchte, waren Nadelstiche über Konter. Doch jedes Mal, wenn die Berliner nach vorne drängten, öffneten sich hinten Räume – und Gnabry war zur Stelle. Olise traf in der 78. Minute noch den Pfosten. Selbst das Aluminium bekam sein Fett weg.

Der april wartet – und er hat es in sich
Nach der Länderspielpause wartet auf Bayern ein Programm, das sich gewaschen hat. Real Madrid in der Champions League, am 7. und 15. April. Dann das DFB-Pokal-Halbfinale in Leverkusen am 22. April. Das Triple ist keine Fantasie mehr – es ist ein realistisches Ziel, das die Münchner mit einem Polster von mindestens neun Punkten vor Borussia Dortmund angehen. Solange die Verletztenliste nicht länger wird, hat dieses Team die Qualität, alle drei Wettbewerbe bis zum Ende offen zu halten.
Union Berlin fährt heim und weiß: An diesem Bayern beißt man sich die Zähne aus. Der Rekordmeister hat seine Hausaufgaben erledigt – jetzt kommen die Prüfungen, auf die es wirklich ankommt.
