Bayer leverkusens intensitätsproblem: mehr als nur eine momentaufnahme?

Hjulmands kritik nach dem gladbach-spiel

Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach zeigte sich Bayer Leverkusens TrainerKasper Hjulmand verärgert. Seine Hauptkritik richtete sich gegen die fehlendeIntensität seiner Mannschaft, insbesondere in der ersten Halbzeit. Hjulmand bemängelte, dass es nicht nur um Ballbesitz gehe, sondern auch um Absicht und Tempo im Spiel mit dem Ball.

Statistik widerspricht hjulmands these?

Statistik widerspricht hjulmands these?

Ob die fehlende Intensität tatsächlich die Ursache für die schwache Leistung in Gladbach war, ist fraglich. Eine Analyse der Statistiken zeigt ein anderes Bild. Die Anzahl der Sprints der Leverkusener lag zwar leicht unter dem Saisonmittelwert, aber nicht so deutlich, dass sie die enttäuschende Vorstellung allein erklären könnte.

Leverkusen im liga-vergleich: sprint- und laufleistung

Leverkusen im liga-vergleich: sprint- und laufleistung

Ein Blick auf die Liga-Vergleiche offenbart jedoch ein besorgniserregendes Muster. Bayer 04 befindet sich sowohl bei den Sprints pro Spiel als auch bei den intensiven Läufen pro 90 Minuten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Im direkten Vergleich mit den Top-Teams Bayern München, Borussia Dortmund und TSG Hoffenheim fällt Leverkusen deutlich ab.

Zahlen sprechen für sich: ein tieferliegendes problem

Die Zahlen zeigen, dass die Sprintschwäche von Bayer Leverkusen kein akutes Problem ist, sondern sich bereits unter Kasper Hjulmand etabliert hat. Die Werte haben sich im Vergleich zur Vorrunde nicht verändert. Während Bayern und Dortmund im Schnitt 171 bzw. 169 Sprints pro Spiel absolvieren, liegt Hoffenheim bei 180. Leverkusen kommt lediglich auf 140.

Intensive läufe: ebenfalls alarmierend

Auch bei den intensiven Läufen ist die Situation ähnlich. Bayer 04 belegt auch hier den vorletzten Platz, während Hoffenheim, Bayern und Dortmund die Spitze der Rangliste anführen. Diese Statistiken deuten darauf hin, dass das Problem nicht nur in Gladbach auftrat, sondern ein systematisches Defizit im Spielstil von Bayer Leverkusen unter Hjulmand darstellt.

Historische entwicklung: ein längerfristiges problem

Die Sprintwerte unter Hjulmand sind im Vergleich zu den Spielen unter seinem Vorgänger Erik ten Hag gesunken. Unter ten Hag absolvierte Bayer im Schnitt 163 Sprints pro Spiel, während der aktuelle Saisonmittelwert bei 149 liegt. Dies deutet darauf hin, dass die geringe Laufbereitschaft ein strukturelles Problem ist, das sich unter Hjulmand verstärkt hat.

Fazit: mehr als nur fehlende intensität

Die Kritik von Kasper Hjulmand an der fehlenden Intensität ist zwar berechtigt, aber die Statistiken zeigen, dass die Ursachen für die schwache Leistung von Bayer Leverkusen tiefer liegen. Es scheint ein grundlegendes Problem in der Spielweise und Laufbereitschaft der Mannschaft zu geben, das sich unter dem neuen Trainer etabliert hat und dringend behoben werden muss.