Aue plant den klassen-knall: 10-millionen-etät für 3. liga oder pokalschock

Der FC Erzgebirge Aue steht mit dem Rücken zur Wand, doch statt zu beten, schraubt der Vorstand den Etat auf zehn Millionen Euro hoch – egal, ob nächste Saison 3. Liga oder Regionalliga heißt. Die Rechnung: sofort wieder angreifen, statt abzubauen.

Die niederlage in essen war ein warnschuss

2:4 ließ das Veilchen beim Rot-Weiss hungern, neun Punkte fehlen nach 29 Spieltagen zum rettenden Ufer. Die Statistik ist gnadenlos: seit acht Partien wartet Aue auf einen Sieg, das Letzte Mal jubelte man am 17. Februar. Dennoch skizzierte der Vorstand am Montag vor Mitarbeitern aus Geschäftsstelle, Nachwuchsleistungszentrum, Internat und Stadionbrigade ein Kontrahenten-Programm: Struktur erhalten, Leistungszentrum laufen, Personal abbauen – aber selektiv.

Thomas Schlesinger, Präsident des Viertletzten, spricht offen über „verschiedene Wege“ im Jubiläumsjahr. Gemeint ist das 75-jährige Vereinsbestehen, das unter Umständen in der Regionalliga gefeiert werden muss. „Jedem Einzelnen liegt der Verein am Herzen“, sagt er, um interne Querelen zu dämpfen, die zuletzt durch Medienberichte über aufsichtsratliche Dissenslinien aufgeflammt waren.

Keine panik – aber harte gespräche

Keine panik – aber harte gespräche

Sponsoren und Dienstleister sollen mit „Hochdruck“ überzeugt werden, dass sich Investition auch nach einem Abstieg lohnt. Denn die Infrastruktur, jahrelang mit Millionen ausgebaut, soll nicht verrotten. Der Vorstand will Entscheidungen im operativen Geschäft behalten, der Aufsichtsrat liefert Empfehlungen. Klarheit herrscht nur über eins: Wer heute spart, verliert morgen den Anschluss.

Am Sonnabend empfängt Aue den direkten Konkurrenten VfB Lübeck. Drei Punkte wären ein Sechser im Lotto, doch selbst ein Sieg ändert nichts an der Tatsache, dass der Gegner hinter Aue herschwimmt und die Luft dünner wird. Die Spieler trauen sich noch etwas zu, wie das 2:4 in Essen bewies – sie gaben nie auf, erzielten zwei späte Treffer und ernteten Applaus trotz Niederlage.

Doch Applaus zählt am Ende nicht. Die Causa Aue ist zum Sinnbild der 3. Liga geworden: eine Traditionsmannschaft, die sich mit dem Abstiegskampf selbst beschäftigt, statt über Play-offs zu träumen. Die Frage ist nicht mehr, ob der Fall kommt, sondern wie hart er wird. Die Antwort lautet: 10 Millionen Euro – und ein Plan, der keinen Rückzieher kennt.