Arsenal wirft bayer raus – blaswich trägt frust, pokal bleibt trost

London ist ein Ort der Träume – und der kalten Duschen. Bayer Leverkusen schlurfte nach 90 Minuten im Emirates Stadium mit roten Köpfen und leeren Händen davon, das 0:2 bedeutet das Aus im Achtelfinale der Champions League. Janis Blaswich stand zwischen den Pfosten, trug eine Schicht aus Dreck und Enttäuschung, und trotzdem sprach er von Stolz. „Wir können erhobenen Hauptes rausgehen“, sagte der 34-Jährige, nachdem er Arsenal viermal vom sicheren Tor hatte abhalten sehen. Die Wahrheit: Er war der beste Mann auf dem Platz – und musste trotzdem verlieren.

Arsenal spielt schach, bayer bleibt auf dame-niveau

Die Gunners nahmen das Hinspiel-Ergebnis wie ein Lehrbuch, schalteten früh den Modus „Klinisch“ und ließen Bayer nie an die eigene Hälfte kommen. Bukayo Saka traf früh, Martin Ødegaard spielte die Uhr, und Leandro Trossard nagelte in der 78. Minute den Deckel drauf. Leverkusen besaß 38 Prozent Ballbesitz, schoss dreimal aufs Tor – und das war schon die ganze Offensiv-Idee. Xabi Alonso stand an der Seitenlinie, verzog keine Miene, wirkte wie ein Mann, der die Rechnung für das gesamte Frühjahr schon kennt.

Die Bundesliga-Realität schlägt gnadenlos zurück. Platz sechs, sieben Punkte Rückstand auf die Champions-League-Ränge, dazu ein Englische-Woche-Programm, das bis Mai kein Wochenende freilässt. „Wir müssen einfach Punkte holen“, wiederholte Blaswich den Satz, den sich inzwischen jeder Leverkusener Spieler neben dem Spind hängt. Die Tabelle lügt nicht: Ohne Sieg gegen Frankfurt und Stuttgart in den nächsten drei Wochen wird die Europa-League zur bestmöglichen Option.

Pokal als letzte rutsche ins internationale licht

Pokal als letzte rutsche ins internationale licht

Das DFB-Pokal-Viertelfinale am Mittwoch gegen Kölne kommt wie ein Rettungsring. Das Hinspiel in der Europa League gegen Qarabağ war ein Vorgeschmack auf das, was die Werkself kann, wenn der Druck steigt – wenn auch nur kurz. Das Finale im Berliner Olympiastadion ist am 25. Mai, ein Termin, der inzwischen wie ein Leuchtfeuer im Kalender steht. „So ein Wettbewerb“, sagte Blaswich und seine Stimme wurde rauer, „da wollen wir nächste Saison wieder dabei sein.“ Die Spiele seien „geil“, das sagt ein Torwart, der in dieser Saison schon achtmal in der Champions League gekreuzigt wurde.

Die gute Nachricht: Der Kader ist jung, der Trainer beliebt, der Geldgeber willig. Die schlechte: Die Konkurrenz schläft nicht. Dortmund, Leipzig und Frankfurt haben sich verstärkt, Bayern und Leverkusen mussten zuschauen. Die nächsten neun Wochen entscheiden, ob das London-Debakel nur eine Fußnote bleibt – oder der Anfang eines Abschieds aus der europäischen Spitze. Blaswich packte seine Handschuhe ein, zog sich das Trainingslätzchen über und verschwand im Tunnel. Kein einziger Fan buhte. Sie wissen: Die Saison ist noch nicht gelaufen, aber der Countdown läuft.