Andy grote droht der dfl mit dem kipppunkt – die machtprobe über sicherheitskosten beginnt
Der Ton wird rauer. Hamburgs Sportsenator Andy Grote spricht offen vom Kipppunkt, nachdem die DFL den letzten Kompromiss zur Stadionverbots-Richtlinie abgelehnt hat. Die Länder wollen nicht länger für Randale zahlen – und jetzt ziehen sie den Stecker.
Die Sportministerkonferenz auf Norderney endete mit einem Donnerschlag. Statt wie gewünscht die neue Sicherheitsagenda zu besiegeln, verließen die Minister mit leeren Händen. Theresa Schopper aus Baden-Württemberg stellte klar: „Wir lassen uns das Erlebnis nicht von ein paar Hooligans verderben.“ Ihr sächsischer Kollege Armin Schuster legte nach: „Der Begriff Hochrisikospiel muss verschwinden.“
Warum die länder plötzlich die rechnung vorlegen
Der Knackpunkt: Wer zahlt für Polizeihundertschaften, Wasserwerfer und Doppelstabmattenzäune, wenn ein Spiel als Rot-Risiko gilt? Die Antwort der Innenminister lautet: künftig die Klubs. Schuster und Herbert Reul (NRW) ließen offen, dass Vereine die Einsatzkosten übernehmen müssen, wenn ihre Fans wieder ausrasten.
Die DFL blockt. Ihr Beschluss ignoriert die Kernforderung der Länder nach einer klaren Kostentragungsregel. Grote warnt: „Wir stehen an einem Kipppunkt.“ Die Drohung dahinter: Ohne Einigung droht ein Alleingang der Innenministerkonferenz – mit neuen Verbotsverfahren und Millionenforderungen.
Der Dachverband der Fanhilfen empört sich. Für ihn ist die Debatte ein „Ablenkungsmanöver“, das die sozialen Ursachen von Gewalt ignoriert. Die Fans fürchten, dass sie zur Kasse gebeten werden, obwohl sie keine Kontrolle über gewaltbereite Einzeltäter haben.

Die zeit läuft – die nächste saison rückt näher
Die Spielpläne für 2024/25 sind fixiert. Schuster rechnet vor: „Jedes Hochrisikospiel kostet sechsstellig.“ Die Länder wollen diese Summe sparen, um ihre angespannten Haushalte zu entlasten. Die DFL fürchtet Imageschaden und wackelnde Mitglieder, sollten Klubeigentümer plötzlich Polizeirechnungen im Briefkasten finden.
Die Verhandlungen laufen auf Working-Ebene weiter. Doch die Minister haben ihre Geduld verloren. Grote: „Das war nicht das letzte Wort.“ Gemeint ist: Kommt keine Einigung, folgt der Krieg der Zitate – und am Ende stehen entweder leere Kassen oder leere Ränge.
Die Liga hat vier Wochen, bis die Innenministerkonferenz tagt. Dann entscheidet sich, ob der deutsche Profifußball künftig mit Polizeipauschalen kalkulieren muss – oder ob die Länder den Stecker ziehen und die Sicherheit neu erfinden. Die Uhr tickt.
