Winterthur kämpft: zuffi sieht chance im abstiegskampf

Die Lage ist ernst, das ist unbestritten: Der FC Winterthur steht als Tabellenschlusslicht der Super League vor einer monumentalen Herausforderung. Doch in der bitteren Realität des Abstiegskampfes meldet sich Routinier Luca Zuffi zu Wort – mit einer überraschenden Mischung aus Realismus und Zuversicht. Erinnert die aktuelle Situation an den dramatischen Kampf des Vorjahres?

Die mentale stärke im letzten saisonspurt

Während der Länderspielpause gewährte uns der 36-jährige Mittelfeldspieler einen exklusiven Einblick in die Gefühlswelt des Teams. "Die Stimmung ist nach wie vor gut," betonte Zuffi, "wir machen das Beste daraus. Als Letzter ist es eine schwierige Situation, aber der Teamgeist stimmt – das ist unser Trumpf.“ Die fünf Punkte Rückstand auf den Barragerang mag wie ein großes Hindernis erscheinen, doch Zuffi erinnert daran, dass sechs Runden noch offenstehen. Und das ist mehr als nur eine leere Phrase.

Es ist die Erfahrung, die jetzt zählt. Routiniers wie Zuffi müssen die jungen Spieler stabilisieren und ihnen den Glauben an die eigene Stärke vermitteln. Die Erinnerung an die letztjährigen Rettung, als Winterthur sechs Punkte hinter dem Vorletzten zurücklag und doch noch den Klassenerhalt schaffte, könnte hier eine entscheidende Rolle spielen. "Ja, das würde ich bestätigen. In der vergangenen Saison hatten wir sogar Phasen, in denen es aussichtslos schien. Da haben wir aber die positive Erfahrung gemacht, dass wir den Abstieg trotzdem noch verhindern konnten."

Direktduelle gegen gc im visier – aber nicht nur

Direktduelle gegen gc im visier – aber nicht nur

Die kommenden Begegnungen gegen den Grasshopper Club Zürich werden zweifellos richtungsweisend sein. Doch Zuffi mahnt zur Vorsicht: "Für uns ist jedes Spiel wichtig. Klar, die Direktbegegnungen werden schlussendlich entscheidend sein. Aber es sind noch vier weitere Spiele, in denen man viele Punkte holen kann. Darum hat in unserer Situation jedes Spiel Finalcharakter." Der Fokus liegt also nicht nur auf den Duellen mit GC, sondern auf der generellen Leistungssteigerung in allen Spielen.

Zuffis Ausfall in der Rückrunde aufgrund einer Erkrankung war ein herber Schlag für das Team. "So etwas ist natürlich nie schön," räumt er ein. "Man schaut nie gerne zu, auch in Phasen, in denen es gut läuft.“ Die Rückkehr auf den Rasen ist nun ein Zeichen seiner Entschlossenheit, bis zum Schluss zu kämpfen.

Trainerwechsel und vertragsende

Trainerwechsel und vertragsende

Der Trainerwechsel im Oktober, die Rückkehr von Patrick Rahmen, hat im Team für Umbruch gesorgt. Zuffi beschreibt Rahmen als "einen sehr guten Trainer, der uns vor jedem Spiel gut auf den Gegner einstellt." Auch wenn die Dynamik im Vergleich zur erfolgreichen Saison 2023/24 anders ist, sieht er bereits wieder Fortschritte: "Man sieht, es sind zwei verschiedene Mannschaften im Vergleich zu vor drei Jahren, die Situationen sind daher kaum miteinander zu vergleichen. Aber klar, man hat schon gemerkt, dass wir wieder mit unseren Gegnern mithalten können.“

Sein Vertrag läuft im Sommer aus, doch Zuffi scheint entschlossen, noch einmal alles zu geben: "Im Moment fühle ich mich noch gut und habe auch das Gefühl, dass ich der Mannschaft weiterhelfen kann. Wenn es für beide Seiten noch stimmt, möchte ich unabhängig von der Liga sicherlich noch ein Jahr dranhängen.“ Die Entscheidung wird wohl von der sportlichen Situation abhängen, aber eines ist klar: Luca Zuffi wird bis zum Schluss an der Seite des FC Winterthur kämpfen.

Und was wird nach der Karriere? Zuffi ist sich noch unsicher: "Aktuell weiss ich es ehrlich gesagt noch nicht genau, ob ich dem Fussball treu bleiben möchte oder in einem komplett anderen Bereich arbeiten werde.“ Doch eines ist gewiss: Er wird seine Erfahrungen und sein Wissen weitergeben – egal in welcher Form.