Wiegert packt aus: lagergron krank, nächster mann fällt aus
Magdeburg – Bennet Wiegert schaut durch die Brille seines Assistenztrainers, zieht die Mund-Nasen-Maske ein Stück runter und sagt den Satz, den keiner im SCM-Lager hören wollte: „Wir haben tatsächlich eine Verletzung aus Göppingen mitgebracht.“ Die Worte fallen zwischen zwei Trainingseinheiten, das Klicken der Handballschuhe auf dem Parkett ist noch zu hören. Albin Lagergren steht drei Meter weiter, schwitzt noch, atmet tief durch. Er weiß, dass er derzeit das größte Fragezeichen im Kader ist.
Lagergren war zwei wochen krank – jetzt droht der nächste ausfall
Der Schwede laborierte an einer Grippe, die sich in seine Bronchien verirrt hatte. „Er kam aus der Nationalmannschaft zurück und war platt“, sagt Wiegert. Die Folge: 5:34 Minuten gegen Berlin, kein einziger Einsatz in Göppingen. Der Trainer spricht von „medizinischer Fahrlässigkeit“, hätte er Lagergren länger aufs Feld geschickt. Stattdessen lief Omar Ingi Magnusson bis zur Erschöpfung. Die isländische Maschine brauchte Nachschub.
Jetzt der Schock: Der Name des verletzten Spielers will Wiegert nicht nennen, nur so viel – „Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er gegen Erlangen fehlt.“ Das Spiel am Sonntag, 16:30 Uhr, wird zur Zitterpartie. Magdeburg muss gewinnen, um den Anschluss an die Top-Vier nicht zu verlieren. Die Tabelle lügt nicht: Bei einer Niederlage rutscht der SCM auf Platz sechs ab.

Die lösung könnte lagergren selbst sein – wenn der körper mitspielt
Am Donnerstagvormittag absolvierte der Rechtsaußen erstmals wieder ein volles Programm. Keine Hustenanfälle, keine Schwindelattacken. „Ich habe ihn heute ohne Limit laufen lassen“, verrät Wiegert. Die Entscheidung fällt am Samstagabend. Lagergren selbst sagt: „Ich will spielen, aber ich will der Mannschaft nicht schaden.“ Eine Ansage, die selbst die Skeptiker im Fanblock verstummen lässt.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Ohne Lagergren schießt Magdeburg nur 54 Prozent aus dem Rückraum. Mit ihm steigt die Quote auf 62 Prozent. Ein Unterschied von acht Treffern pro Spiel. Genug, um Spiele zu drehen. Genug, um Träume zu retten. Die Frage ist nur, ob der Körper des Schweden mitmacht – oder ob Wiegert wieder auf die Bremse treten muss.
In der Kabine herrscht trotzdem Kampfesstimmung. „Wir haben schon mit weniger Leuten gewonnen“, sagt Kreisläufer Philipp Weber. Er grinst, aber die Augen sind hart. Am Sonntag zählt nur das Ergebnis. Albin Lagergren wird an der Linie stehen, bereit, bereit, bereit. Ob er darf, das entscheidet ein grippaler Schwede und ein Trainer, der keine Lust mehr auf Ausreden hat.
