Wheatley flüchtet vor audi-debakel zu aston martin – binotto übernimmt das chaos
Jonathan Wheatley springt ab. Nach nur zwei Rennen verlässt der 58-Jährige den Audi-Rennstall „aus persönlichen Gründen“, was im Fahrerlager einhellig als Notlösung gilt. Der Brite, der seit April 2025 die Sauber-Nachfolge mit aufgebaut hat, soll zu Aston Martin wechseln – und damit direkt zum Konkurrenten, der das deutsche Prestigeprojekt in der ersten Saison schon jetzt überstrahlt.
Audi reagiert mit binotto-doppelspitze
Die Ingolstädter setzen nun auf Mattia Binotto, der bereits als Leiter des Formel-1-Programms fungiert und nun zusätzlich das Steuer übernimmt. „Wir sind Jonathan Wheatley dankbar für seinen Beitrag“, sagt Audi-Chef Gernot Döllner in einem Statement, das mehr nach Schadensbegrenzung als nach Dank klingt. Denn intern ist man sich sicher: Wheatleys Abgang ist kein privater Rückzug, sondern ein klares Signal der Desillusionierung.
Der Wechsel zu Aston Martin ist noch offiziell unbestätigt, doch die Szene ist sich sicher: Wheatley soll Adrian Newey entlasten, der bei den Briten neben der Technikführung auch Teile der Teamleitung übernahm. Ein Wiedersehen auf höchstem Niveau: Von 2006 bis 2024 arbeiteten Wheatley und Newey bei Red Bull Seite an Seite, sie schrieben mit Sebastian Vettel und Max Verstappen Motorsportgeschichte. Jetzt also das nächste Kapitel – diesmal in Silverstone.

Audi startet holprig, aston martin versinkt
Während Audi mit Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto zumindest ein Auto in die Punkteränge schiebt, erlebt Aston Martin einen Albtraum. Honda-Motoren vibrieren so stark, dass Fernando Alonso und Lance Stroll in Australien und China nicht einmal ins Ziel kamen. Die Piloten berichten von unfahrbaren Bedingungen – ein Imageschaden, der Lawrence Strolls Milliardenprojekt lähmt.
Doch zurück nach Ingolstadt: Dort will man bis 2030 um Weltmeisterschaften kämpfen. Die Vision klingt nach PR-Papier, die Realität ist ein Auto, das in den ersten Rennen nur durch Bortoleto einen einzigen Zähler holte. Hülkenberg, der als Hoffnungsträger galt, schrammt bislang an der Punktezone vorbei. Die Zielsetzung „Hochleistungsteam“ wirkt derzeit wie ein Satz aus einem anderen Jahrzehnt.
Wheatleys Flucht ist mehr als ein personeller Wechsel. Es ist ein Indiz dafür, dass das Audi-Projekt intern als erstes Großexperiment gilt – und dass er nicht länger mitspielen will, wenn die Kasse erst einmal brennt. Wer jetzt noch glaubt, Ingolstadt würde 2026 die Musik bestimmen, hat die letzten beiden Wochenenden nicht verfolgt.
