Werth dominiert in balve – legende schreibt sportgeschichte

Balve bebte am Sonntag im Takt der Dressur, doch eine Konstante überragte alles: Isabell Werth. Die Rekord-Olympiasiegerin sicherte sich ihren zwanzigsten deutschen Meistertitel, eine Leistung, die in der Sportwelt ihresgleichen sucht. Selbst ohne ihr Spitzensportpferd Wendy bewies sie, dass ihre Klasse unerreicht ist.

Die “ewige” werth: eine karriere ohne ende

35 Jahre sind vergangen, seit Werth ihren ersten Meistertitel in Münster errang. Und auch am Sonntag in Balve zeigte sie, dass sie weiterhin das Maß aller Dinge ist. Mit Viva Gold, ihrer “Zweitbesetzung”, erreichte sie 83,650 Prozentpunkte und ließ die Konkurrenz deutlich hinter sich. Semmieke Rothenberger mit Farrington und Raphael Netz mit Great Escape Camelot folgten mit 80,880 bzw. 79,030 Punkten.

Es war ein Tag der Nachwuchshoffnungen, die Rothenberger und Netz am Samstag im Special mit überzeugenden Leistungen auf sich aufmerksam machten. Doch am Ende gehörte der Sieg Werth, die nach ihrem Vortagssieg im Special demonstrativ auf Wendy verzichtete – ein Zeichen ihrer taktischen Brillanz und der Vielseitigkeit ihres Könnens.

Ein Blick voraus: Aachen und die Weltmeisterschaft. Das wichtige Sichtungsturnier in Balve dürfte alle drei Reiter in den Fokus von Bundestrainerin Monica Theodorescu geritten haben. Vom 11. bis zum 23. August kehrt die Weltmeisterschaft in die Soers zurück, und die Konkurrenz wird dort noch einmal deutlich anspruchsvoller. Aber eines ist klar: Werth wird auch dort eine zentrale Rolle spielen.

Doch es gab auch Schattenseiten. Katharina Hemmer und Ingrid Klimke, Teil der deutschen EM-Equipe des Vorjahres, mussten ihre Pferde aufgrund von Fitnessproblemen zurückziehen. Und Frederic Wandres, der am Vortag noch Zweiter wurde, konnte mit seinem Olympiapferd Bluetooth nicht mehr an der Kür teilnehmen. Werth mag sich mit Viva Gold im Special hauchdünn gegen Wandres durchgesetzt haben, aber es ist unverkennbar, dass sie auf ihrer Nachwuchshoffnung (noch) nicht ganz die gleiche Aura der Dominanz ausstrahlt wie mit Wendy. Die Zahlen lügen nicht: 20 deutsche Meistertitel – eine Bilanz, die ihresgleichen sucht und die Werths Status als Dressur-Legende zementiert.

Die ausgangslage für aachen

Die ausgangslage für aachen

Das Fehlen einiger Leistungsträger im Feld von Balve ermöglichte es Werth, ihre Position weiter zu festigen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Konkurrenz in Aachen mithalten kann. Doch eines ist sicher: Isabell Werth wird auch dort alles daran setzen, ihre beeindruckende Erfolgsserie fortzusetzen.