Werder bremen: am wochenende kann der klassenerhalt perfekt gemacht werden
Ein Punkt in Stuttgart, sechs Zähler Vorsprung auf die rote Zone – und plötzlich steht Werder Bremen mit dem Rücken zur Sonne. Am Samstag gegen Augsburg reicht ein Sieg, plus eine Niederlage von St. Pauli, und die Champagnerkisten dürfen im Weserstadion aufgemacht werden.
Der norden gehört wieder werder
Die Rechnung ist simpel: 32 Punkte auf dem Konto, zwei Spieltage vor dem Saisonende. Die letzten fünf Jahre reichten 34, um drin zu bleiben. Die Konkurrenz aus Hamburg und Wolfsburg patzte am Wochenende, während Jens Stage in der 18. Minute in Stuttgart eiskalt verwandelte und die Fans hinterm Tor spontan „Nummer eins im Norden“ skandierten. Ein Satz, der lange nur in Erinnerungen existierte.
Trainer Daniel Thioune spricht von einem „kleinen Erfolg“, doch seine Stimme zittert ein bisschen. Nicht vor Nervosität, sondern vor Anspannung. Denn er weiß: Der Matchball wartet am Samstag, aber Augsburg hat sich seit Pfingsten in Form gespielt. Drei Siege in Serie, kein Gegentor seit 271 Minuten. „Die werden nicht freiwillig punkten“, sagt Thioune und lacht nicht.

Was passiert, wenn der plan aufgeht
Sollte Werder gewinnen und St. Pauli gegen Mainz verlieren, wäre der Vorsprung auf Platz 16 uneinholbar. Dann dürfte selbst eine Pleite in Hoffenheim und ein Debakel gegen Dortmund nichts mehr an der Klassenzugehörigkeit ändern. Die Stadt hätte endlich wieder einen Grund, die Straßen zu schließen und die Polizei in zivil auf die Schanze zu schicken.
Doch Thioune will nichts dem Zufall überlassen. Seine Spieler sollen das Spiel gegen Augsburg wie ein Finale angehen, nicht wie ein Freundschaftsspiel. „Wir haben die letzten Jahre zu oft gehofft, statt zu handeln“, sagt er. Die Botschaft ist klar: Wer gewinnt, muss nicht rechnen.
Die Uhr tickt. Noch 72 Stunden bis zum Anstoß. Die Karten für das Augsburg-Spiel sind restlos ausverkauft, auf dem Marktplatz laufen schon die ersten Gruppen mit grün-weißen Schals. Werder ist nicht gerettet, aber erstmals seit Monaten wieder Herr des eigenen Schicksals. Und das ist im Abstiegskampf das Schönste, was es gibt.
