Werder am abgrund: kann thioune die reissleine retten?

Bremen bangt. Ein müder 1:2-Niederlage gegen RB Leipzig hat die Situation bei Werder Bremen dramatisch verschärft. Sechs Spiele bleiben, um den Abstiegskampf zu überleben – und die Zeichen stehen alles andere als gut. Die Frage ist nicht, ob Werder kämpft, sondern ob der Kampf überhaupt noch eine Chance hat.

Verletzungspech und transfer-fehler belasten die grün-weißen

Die Bremer müssen sich nicht nur mit der drohenden Gefahr des Abstiegs auseinandersetzen, sondern auch mit einem chronischen Verletzungspech. Der kurzfristige Ausfall von Amos Pieper reiht sich in eine lange Liste von angeschlagenen Spielern ein. Karim Coulibaly, Niklas Stark, Keke Topp und Mitchell Weiser – die Namen lesen sich wie ein Lazarettbericht. Die Belastung für die verbliebenen Spieler ist immens, die Rotation stark eingeschränkt.

Doch nicht nur die Verletzungen machen Werder zu schaffen. Sportchef Clemens Fritz steht zunehmend in der Kritik. Transferflops wie der überraschend retournierte Leihspieler Victor Boniface werfen Fragen auf und lassen die Offensive kraftlos erscheinen. Ein Torjäger fehlt, und die Abwehr wirkt anfällig. Der jüngst öffentlich gewordene Leihspieler-Irrtum hat die Situation zusätzlich verschärft.

Der verletzte Leistungsträger Mitchell Weiser ließ seiner Unzufriedenheit mit der Personalpolitik im Sky-Interview freien Lauf: „Es ist schon so, dass im letzten Sommer viele Sachen passiert sind, die für mich fragwürdig waren.“ Sein deutlicher Seitenhieb in Richtung Fritz und die angesprochenen fragwürdigen Entscheidungen der Transferabteilung unterstreichen die tiefe Unzufriedenheit im Verein.

Ein rest der hoffnung: junge wilden und geschlossenheit

Ein rest der hoffnung: junge wilden und geschlossenheit

Trotz allem gibt es auch Lichtblicke. Die jungen Spieler Patrice Covic und Salim Musah belebten in den letzten Spielen die Offensive und zeigten Hoffnungsschimmer. Musah schoss gar sein erstes Bundesliga-Tor, was ihm viel Lob einbrachte. „Wir trauen ihm einiges zu“, so Fritz über den jungen Offensivmann.

Auch die mannschaftliche Geschlossenheit scheint trotz der schwierigen Situation zu stimmen. Trainer Daniel Thioune scheint die Mannschaft zu motivieren, und die Spieler kämpfen bis zum Schluss. Das 1:2 gegen Leipzig, obwohl eine Niederlage, zeigte zumindest, dass die Mannschaft sich wehrt.

Die letzten meter: ein restprogramm, das kopf und herz höherschlagen lässt

Die letzten meter: ein restprogramm, das kopf und herz höherschlagen lässt

Das Restprogramm ist alles andere als einfach. Das Auswärtsspiel in Köln am Sonntag wird ein echter Test, ebenso wie das Nordderby gegen den HSV. Hinzu kommen noch die Duelle gegen Stuttgart, Hoffenheim und Dortmund. Eine Derby-Pleite gegen den HSV könnte den letzten Rest an Hoffnung zunichtemachen. Die Aufgabe ist klar: Werder muss in jedem Spiel alles geben, um den Klassenerhalt zu sichern.

Die Zahlen sind unerbittlich, aber die Reissleine ist noch nicht durchtrennt. Es liegt an Thioune und seinem Team, das Beste aus der verbleibenden Zeit zu machen und die Fans mitzureißen. Ob es reicht? Nur die Zeit wird es zeigen. Eine Sache ist sicher: Es wird ein nervenaufreibender Endspurt.