Wembanyama bricht nach spurs-krimi in tränen aus
Victor Wembanyama stand 21 Minuten auf dem Parkett, schlug vier Schläge, holte zwölf Rebounds und traf 27 Punkte – am Ende sackte der 2,24-Meter-Riese in die Arme von De’Aaron Fox und weinte. San Antonio drehte ein 25-Punkte-Defizit gegen die L.A. Clippers und schrieb mit 117:112 die nächste Heim-Fabel in diese Saison. Grund genug, dass der Franzose nach dem Buzzer zitterte, nicht vor Kälte, sondern vor totaler Erschöpfung.
„Ich war eine sekunde vor dem kollaps“
„Im ersten Viertel habe ich gespürt, wie mein Kreislauf abschaltet – eine Minute länger und ich wäre ohnmächtig gewesen“, sagte Wemby mit roten Augen. Weniger als 24 Stunden zuvor hatte er Detroit in die Knie gezwungen, nun forderten die Clippers die nächste Energieleistung. Die Last der Doppelbelastung schlug auf seine Lungen, nicht auf seine Nerven. Denn als die Spurs in der Schlussphase auf 2:16 unterlagen, schaltete der Rookie den Turbo: Dreier, Steal, Dunk – 16 Sekunden vor Ende stellte er auf 115:112.
Die Szene danach wird die NBA-Saison begleiten. Wembanyama fasst sich an die Knie, atmet wie nach einem Marathon, Fox packt ihn. Die Arena tobt, doch der 20-Jährige hört nur sein Herz. „Das war das härteste Spiel meines Lebens“, sagt er leise, aber mit einem Grinsen, das Verzweiflung und Triumph zugleich enthält.

Texas zeigt charakter – und schafft rang zwei zum greifen nah
Mit 46:17-Zählern rückt San Antonio auf 2,5 Siege an Oklahoma City heran. Die kommenden Gegner Houston, Boston, Denver und Charlotte versprechen kein Erholungsprogramm, doch genau das liebt diese Truppe. „Wir sind das körperlichste Team der Liga? Vielleicht. Aber wir sind auf jeden Fall das verrückteste“, sagt Wembanyama und lacht erstmals wieder. Seine Tränen sind getrocknet, der Kampf geht weiter – und der Gegner weiß jetzt: Selbst wenn Wemby nur 21 Minuten spielt, reichen sie, um ein Spiel zu drehen und eine Arena zum Beben zu bringen.
