Weißenfels rast in die enbl-königsklasse – traum vom heimfinale lebt

Die Wölfe heulen wieder. Mit einem 80:73 gegen Donar Groningen schickt Syntainics MBC die Niederländer in den Urlaub und sich selbst ins Final Four der European North Basketball League. Am 21. April könnte die Stadthalle explodieren – wenn der Deutsche Meister von 2023 seinen Antrag auf Ausrichtung durchsetzt.

Callison und co. kratzen an der leistungsgrenze

Charles Callison war nicht zufrieden, obwohl seine 15 Punkte den Grundstein legten. „Wir haben Baskets erzwungen, aber verbrannte auch zehn offene Dreier“, sagt der Point Guard. Die Statistik lügt nicht: 23 Ballverluste Groningen, 13 Weißenfels – ein Wert, der die Hausherren in der Tabelle der Halbfinalgegner noch vor sich sehen lässt. Coach Milenko Bogicevic sprach vom „notwendig hässlichen Sieg“ und kündigte an, die Videoanalyse bis Ostern durchzukauen.

Der 8:2-Endspurt in den letzten 80 Sekunden rettete die Favoritenrolle. Khyri Thomas traf den Dreier zum 75:71, RJ Gunn blockte Dane Erikstrup – 18 Punkte, aber zu spät. Die 2.400 Fans in der ausverkauften Halle atmeten erst beim Buzzer durch, dann feierten sie den zweiten Einzug in die ENBL-Vorschlussrunde nach 2024.

Heimfinale wäre ein millionenpoker

Heimfinale wäre ein millionenpoker

Die Bewerbungsmappe liegt seit Januar bei der ENBL. Stadthalle-Chef André Körner rechnet vor: „Drei Tage, vier Spiele, 10.000 Tickets, rund 1,2 Millionen Euro Umsatz für die Region.“ Die Konkurrenz kommt aus Litauen und Polen, doch Weißenfels trumpft mit Infrastruktur und der lautesten Kulisse der 2. Bundesliga auf. Die Entscheidung fällt am 1. April – kein Scherz.

Der Gewinner des Turniers zieht in den Champions-League-Qualifikationskreis. Für den MBC wäre es das Ticket in den internationalen Geschäftsbereich, den der Club seit Jahren anpeilt. „Wir wollen nicht nur dabei sein, wir wollen gewinnen“, sagt Geschäftsführer Dirk Rauchfuß und klingt dabei schon wie ein Mann, der den Pokal auf dem Rathausbalkon schwingt.

Die nächste Hürde trägt das Logo von BK Ventspils oder Tartu Ulikool – beide stehen noch im Viertelfiniereturnier. Wer auch immer kommt: In Weißenfels herrscht Kriegsbereitschaft. Die Wölfe haben Hunger. Und sie spielen zuhause.