Wasserball-quake in neapel: silipo raus, mirarchi rein – jetzt zählt nur noch der pokal
Die Nachricht schlug ein wie ein Tor in letzter Sekunde: Carlo Silipo muss gehen, Maurizio Mirarchi übernimmt das Settebelle. Und kaum ist der Wechsel besiegelt, steht schon die Final Six der Coppa Italia an – in seiner eigenen Stadt, in der Piscina Scandone. Vom 6. bis 8. März geht’s um alles oder nichts, denn die Quali für die World Cup in Rotterdam rückt näher.
Die italienische Nationalmannschaft der Frauen hatte in den letzten zwei Jahren den Anschluss verloren. Fünfter Platz bei der Europameisterschaft, keine Medaille, keine Erlösung. Silipo nahm es mit sichtbarer Ruhe: „Die Ergebnisse fehlten, das ist Fakt. Ich danke den Mädchen für jeden Meter, den sie geschwommen sind.“
Viertelfinals mit knock-out-charakter
Freitag, 18.30 Uhr, erste Delle: Orizzonte Catania trifft auf Padova. Eine Stunde später folgt das Derby zwischen Trieste und Cosenza. Die Sieger spielen am Samstag gegen Rapallo beziehungsweise die Titelverteidigerin Sis Roma, die zuletzt zwei Mal in Folge den Pokal nach Hause trug. Im Ligabetrieb führt Roma nach zwölf Spieltagen mit 32 Punkten, Rapallo und Catania lauern nur zwei Zähler dahinter.
Doch die Tabelle zählt diese Tage nur bedingt. Wer in Neapel untergeht, fliegt raus aus dem eigenen Anspruch, aus dem Blickfeld des neuen Coaches, aus dem Kadertraum für Rotterdam. Die Druckkammer Scandone ist berüchtigt: Enge Bande, lautstarke Kurven, Wasser, das zu kochen scheint.

Live-termine mit sendezeit-stress
Die Waterpolo Channel-Übertragung startet am Freitag, Rai Sport und RaiPlay springen für die Halbfinals am Samstag auf. Das Endspiel am Sonntag um 16.30 Uhr sicherte sich Rai Sport – ein Statement, wie sehr der Verband auf Quoten hofft. Wer steigt aufs Siegerpodest? Die Statistik sagt: In den letzten acht Jahren gewann nur zweimal eine Mannschaft außerhalb Roms oder Rapallos.
Mirarchi muss also gleich liefern – nicht nur Titel, sondern auch Gesichter, an denen sich ein neues Projekt festmachen lässt. Chiara Ranalli, Angreiferin der Roma, formulierte es so: „Wir schwimmen nicht nur für den Pokal, wir schwimmen für einen Neuanfang.“
Der 28-Jährigen folgen 32 weitere Profis, jede einzelne weiß: Wer in Neapel glänzt, landet im Radar des neuen Coaches. Wer versagt, muss mit dem Abschied leben. Silipo hat sich inzwischen in die Riege der Analyse-Experten zurückgezogen. Sein Fazit klingt nach einem Satz, der noch lange nachhallt: „Gold war das Ziel, aber die größte Medaille war das Team.“
