Wahi wechselt zu elfenbeinküste: ivorer jagen torjäger für wm-k.o. von deutschland

Die Elfenbeinküste hat ihre Tor-Armut offiziell zur Chefsache erklärt. Elye Wahi, erst 23 Jahre alt, wechselt kurz vor der WM den Pass und rückt zum Test gegen Südkorea direkt ins Aufgebot von Nationaltrainer Emerse Faé. Die Botschaft: Die Titelverteidiger des Afrika-Cups wollen 2026 nicht nur dabei sein – sie wollen treffen.

Ein schatten namens haller

Sebastien Haller war einst der teuerste Stürmer der Bundesliga, doch beim Afrika-Cup sah er aus wie ein vergessenes Denkmal seiner selbst. Wilfried Zaha flimmerte nur noch in der MLS-Szene auf, und weder Bayo noch Krasso schafften es, die Lücke zu füllen. Das Viertelfinal-Aus gegen Mali war deshalb vor allem eines: ein Offensiv-Crash, der bis zur WM in den Knochen brennt.

Wahi kommt frisch vom Form-Tief. Nach einem Jahr voller Bank- und Kurz-Einsätzen bei Eintracht Frankfurt schoss sich der Angreifer in sieben Ligue-1-Spielen für Nizza vier Mal in die Schlagzeilen. Die Quote mag nach Provinz klingen, im Camp der Éléphants ist sie ein Seismograph. Faé braucht keine 25-Tore-Saison, er braucht einen, der im Sechzehner noch zubeißt, wenn Muskelkater die Flügel lahmlegen.

Zweiter stürmer, zweiter pass, doppelter eid

Zweiter stürmer, zweiter pass, doppelter eid

Neben Wahi kreist alles um Ange-Yoan Bonny. Der 22-jährige Inter-Mailand-Angreifer hält Frankreich wie Elfenbeinküste in Atem. Faé stolperte über eigene Worte („Er ist dabei“), der Verband ruderte – Bonny sei lediglich wegen Zahnproblemen aus dem Kader genommen worden. Die Leihe bleibt offen, doch die Signal ist klar: Die Ivorer kaufen sich breit, statt auf ein einzelnes Talent zu pokern.

Die neue Doppelspitze im Pass-Poker spiegelt den Gesamtplan. In Gruppe E der WM wartet neben Ecuador und Curaçao vor allem Deutschland – ein Gegner, der selbst seine Tor-Identität sucht. Ein Duell zwischen zwei Nationen, die sich gerade neu erfinden, könnte schon am dritten Spieltag die Außenseiter-Rolle kippen.

Faés countdown läuft

Faés countdown läuft

Die Testspiele gegen Südkorea und Schottland sind keine Freundschaftsspiele, sondern Audimax für Wahi und Co. Jede Ballannahme, jeder Sprint in den Lüften der gegnerischen Abwehr wird Faés Kurvenblatt für die WM-Planung. Die Uhr tickt: Noch 78 Tage bis zum ersten Pfiff in den USA, und die Ivorer wissen, dass Titel nicht durch Erinnerungen an Drogba gewonnen werden, sondern durch Jäger, die heute treffen.

Die Elfenbeinküste hat Wahi geholt. Jetzt muss er liefern. Denn in einem halben Jahr zählt kein Pass-Wechsel, nur das Netz, das zittert.