Wagner: selbstkritik nach augsburg-intermezzo – was er gelernt hat

Sandro Wagner blickt zurück auf seine kurze Zeit als Cheftrainer beim FC Augsburg und zieht Bilanz: Es gab Momente der Selbstüberschätzung, die er nun klar einsieht. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung offenbarte der frühere Nationalspieler, dass er aus den vergangenen Monaten wichtige Lehren gezogen hat – und plant, seine Kommunikation in Zukunft deutlich zu verändern.

Die „wagner“-bezeichnung und die bayern-aussage

Die Amtszeit des 38-Jährigen endete abrupt, und Wagner zeigt sich nun selbstkritisch. Besonders hervorzuheben ist seine Reaktion auf die Berichterstattung, die den Verein zeitweise als „FC Wagner“ bezeichnete. „Das war nie meine Absicht. Und das wird es so nicht mehr geben“, erklärte er entschlossen. Auch die Äußerungen nach der deutlichen 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern, in der er behauptete, der FCA habe nicht weniger Qualität als der Rekordmeister, bedauert er. Er gab zu, sich in dieser und anderen Situationen „vergaloppiert“ zu haben.

Doch Wagner betonte, dass das schnelle Aus in Augsburg ihn nicht aus der Bahn geworfen habe. „Das ist nichts, was mich ins Wanken bringt“, so der ehemalige Stürmer. Vielmehr habe die Erfahrung ihn weitergebracht. „Ich bin auf jeden Fall ein anderer Trainer als vor einem halben Jahr.“

Vorbilder kompany, gasperini und de zerbi

Vorbilder kompany, gasperini und de zerbi

Ein zentraler Punkt seiner Analyse ist die Kommunikation nach außen. Wagner schätzt Vincent Kompany als „großes Vorbild“ in diesem Bereich, der es meisterhaft versteht, sich nicht angreifbar zu machen. „Sich nicht angreifbar zu machen, beherrscht kaum einer so gut wie er“, lobte Wagner.

Für seine zukünftige Trainerlaufbahn strebt Wagner einen pragmatischeren Ansatz an und blickt auf weitere Inspirationsquellen. Er nannte Gian Piero Gasperini (AS Rom), Roberto De Zerbi (Tottenham Hotspur) und Cesc Fàbregas (Como 1907) als Trainer, deren Arbeit ihn beeindruckt. „Ich schaue gerne Gasperini an. Ich schaue auch viel De Zerbi, der in seiner Zeit bei Brighton das Spiel aus der Abwehr heraus ein bisschen revolutioniert hat. Und im Moment interessiert mich auch Fàbregas“, so Wagner.

Obwohl er bereits Angebote erhalten hat, ließ Wagner seinen nächsten Karriereschritt offen. Die Lehre aus Augsburg ist klar: Weniger Emotionen, mehr Besonnenheit – und ein besseres Gespür für die richtige Rhetorik. Die Fußballwelt wird gespannt sein, wann und wo Wagner wieder auf der Trainerbank zu sehen sein wird. Sein Vertrag bei Augsburg ist zwar beendet, aber die Ambitionen des ehemaligen Nationalspielers sind ungebrochen. Er hat gelernt, und das ist ein guter Anfang.