Vw kassiert 44% gewinneinbruch – blume kündigt 50.000 stellenstreichungen an

Die Wolfsburger müssen einen Milliarden-Rückschlag verdauen: Der VW-Konzern sackt 2025 auf 6,9 Milliarden Euro Nettogewinn – ein Minus von 44 Prozent. Gleichzeitig schickt CEO Oliver Blume die nächste Hiobsbotschaft: Bis 2030 verschwinden 50.000 Jobs in Deutschland, mehr als doppelt so viele wie ursprünglich geplant.

China-schock, us-zölle und teure porsche-pleiten

9 Millionen Fahrzeuge lieferte VW 2025 aus – ein Nullsummenspiel gegenüber 2024. Doch unter der Haube brodelt es. Die chinesischen Marken BYD, Nio und XPeng attackieren mit günstigeren E-Autos und schlagen die deutschen Preise. Washington erhöht die Strafzölle auf europische Importe. Und in Stuttgart kostet der Porsche-Umbau Milliarden, ohne dass die Verkäufe dafür schneller laufen.

Blume spricht im März von „gegenläufigen Winden“, doch die Bilanz liest sich wie ein Lehrbuch für globale Turbulenzen. Der Umsatz bleibt bei 322 Milliarden Euro stabil, doch das reicht nicht, um die Rendite zu sichern. Die operative Marge bricht auf 3,4 Prozent ein – ein Wert, den VW zuletzt 2015 während der Dieselaffäre unterschritten hatte.

20 Neue modelle sollen die wende bringen – mit batterien aus salzgitter und software aus berlin

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2026 rollt der Plan-B-Blitz: ID.Polo, Cupra Raval, Skoda Epiq – alles kleine E-Stromer für unter 25.000 Euro. Die Q4-e-tron-Familie kommt als SUV und Sportback, die vollelektrische Cayenne als Coupé. Ducati liefert Panigale V4 R und Diavel V4 RS, weil auch Motorräder die Marke jung machen sollen. Dahinter steckt ein Investitionspaket von 180 Milliarden Euro bis 2030, wovon allein 50 Milliarden in China fließen – ein Schulterschluss mit dem vermeintlichen Feind.

Die Batteriezelle aus dem Werk Salzgitter soll Energiedichte und Ladegeschwindigkeit um 30 Prozent verbessern. Das Software-Depot in Berlin-Charlottenburg arbeitet an einem einheitlichen Betriebssystem für alle Marken – ein Projekt, das intern schlicht „VW.OS“ heißt und 8.000 Entwickler beschäftigt.

50.000 Jobs in deutschland weg – betriebsräte sprechen von „sozialer detonation“

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Die Gewerkschaften reagieren mit offenem Widerstand. IG-Metall-Chef Knut Griese warnt vor einer „sozialen Detonation in der Autostadt“. Die ersten 18.000 Stellen sollen bis Ende 2027 wegfallen, vor allem in der Verwaltung und im Motorenbau. Werksdirektoren erhielten bereits den Auftrag, „Schattenbudgets“ für freiwillige Abgänge und Frühpensionierung zu erstellen.

Blume bleibt hart: „Wir können nicht mit 2010er-Strukturen 2030er-Technik bauen.“ Doch intern wissen alle: Ohne Tarifverträge und Standortsicherheit wird der Umbau zur Farce. Die nächste Runde Verhandlungen beginnt im Mai – mit Streikdrohungen im Gepäck.

Die Bilanz für 2025 ist ein Weckruf: Die größte Autofabrik Europas steht am Scheideweg. Entweder VW schafft den digitalen Sprung – oder die Konkurrenz aus Fernost überholt die Deutschen auf der letzten Geraden. Die Uhr tickt. Die Stellenstreichungen sind nur der erste Gang. Der zweite folgt 2026 – und er wird schneller sein als jede ID-Polo-Beschleunigung.