Vorwürfe nach medizinischem test: deutsche skibergsteiger kritisieren dav

Dav reagiert auf schwere vorwürfe

Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat sich zu den schweren Vorwürfen deutscher Skibergsteiger im Zusammenhang mit einem medizinischen Test geäußert. Ein Bericht der Sportschau hatte Missstände bei einer Laktatwertbestimmung aufgedeckt, die im April 2024 durchgeführt wurde. Im Fokus stehen die Bedingungen, unter denen den Athleten wiederholt Blut abgenommen wurde.

Blutabnahmen am ohrläppchen: bis zu 60 mal?

Blutabnahmen am ohrläppchen: bis zu 60 mal?

Laut dem Bericht wurden den Athleten im Rahmen einer Leistungsdiagnostik bis zu 60 Mal innerhalb weniger Stunden Blut aus dem Ohrläppchen entnommen. Die Skibergsteiger Felix Gramelsberger und Sophia Weßling kritisierten, dass dabei grundlegende Hygienestandards nicht eingehalten worden seien. Konkret bemängelten sie, dass die Helfer ihre Handschuhe zwischen den einzelnen Blutabnahmen nicht wechselten.

Gramelsberger spricht von „wahnsinniger blutpanscherei“

Gramelsberger spricht von „wahnsinniger blutpanscherei“

Felix Gramelsberger beschrieb die Situation im Bericht als eine „wahnsinnige Blutpanscherei“. Er und Sophia Weßling haben Strafanzeige gegen zwei Verantwortliche wegen gefährlicher Körperverletzung, Beihilfe dazu und Nötigung gestellt. Die Staatsanwaltschaft Traunstein bestätigte den Eingang der Anzeige, erklärte aber, dass noch kein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Die Anzeige sei noch zu aktuell.

Dav verteidigt funktionäre und räumt fehler ein

Dav verteidigt funktionäre und räumt fehler ein

Trotz der Strafanzeige hält der DAV an den beiden betroffenen Funktionären fest und betont die Unschuldsvermutung. Gleichzeitig räumte der Verband ein, dass es nach dem Test Beanstandungen gab. Es wurden daraufhin „Abläufe überprüft und organisatorisch weiterentwickelt“, so der DAV. Die Blutentnahmen am Ohrläppchen sind im Leistungssport gängige Praxis.

Überprüfung von konflikten im trainingsumfeld

Der DAV betonte, dass Hinweise auf Konflikte im Trainingsumfeld unabhängig aufgearbeitet wurden. Es wurden Gespräche geführt und Verfahren überprüft, um die Governance- und Schutzstrukturen zu verbessern. Der Verband habe daraus Konsequenzen gezogen und Prozesse optimiert. Der DAV nimmt Kritik ernst und strebt kontinuierliche Verbesserungen an.

Kaderentscheidung: weßling und gramelsberger nicht in bormio

Sophia Weßling und Felix Gramelsberger gehörten nicht zum deutschen Aufgebot für das Skibergsteigen bei den Olympischen Spielen in Bormio. Der DAV begründete dies mit sportlichen Kriterien. Die Aufnahme in Kaderstrukturen und die Nominierung für Wettkämpfe basiere auf transparenten Kriterien und dokumentierten Ergebnissen. Ziel sei sportliche Fairness und Transparenz.

Zusammenfassung der vorwürfe

  • Wiederholte Blutabnahmen am Ohrläppchen (bis zu 60 Mal).
  • Mangelnde Hygiene bei den Blutabnahmen.
  • Verwendung von Handschuhen bei mehreren Athleten ohne Wechsel.
  • Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung.