Von allmen jagt in norwegen den perfekten saisonausklang
Franjo von Allmen fliegt unter dem Radar – und genau das macht ihn gefährlich. In Kvitfjell, wo selbst Aksel Lund Svindal nie Massenbesucher mobilisierte, könnte der Berner seine Olympia-Party fortsetzen.
Minus statt t-shirt-wetter
Der 24-jährige Zimmermann-Geselle hasst frühlinges Temperaturen. „Ich brauche Pullover, keinen Sonnencrem“, knurrte er nach dem Aus in Courchevel. Die Meteorologen liefern: bis zu minus fünf Grad am Wochenende, Pulverschnee statt Schneematsch. Eine Wetterwendung, die von Allmens Lieblingspiste noch schneller macht – 2025 gewann er hier bereits die Abfahrt vor Odermatt und Rogentin.
Reto Nydegger, sein Coach, spricht es offen aus: „Die Routiniers haben Garmisch und Courchevel im Rücken. Franjo fuhr beide Rennen erstmals – das zieht.“ Dazu kommt der Hype. Seit Red Bull sein Gesicht auf Dosen druckt, wird er in Europa regelrecht verschluckt. Norwegen aber ist anders. Kvitfjell ist Familientreffen statt Medienzirkus. „Weniger Selfie-Gezeter, mehr Kopf frei für Ski“, sagt Nydegger.

Der countdown läuft
Sieben Rennen, drei Podeste – das ist die Bilanz seiner ersten Post-Olympia-Saison. Ein starkes Finale würde ihn in der Gesamtwertung nach vorne schießen und dem Schweizer Speed-Team Selbstvertrauen für die Planungsperiode geben. Die Uhr tickt: Samstag 11.30 Uhr Abfahrt, Sonntag 10.45 Uhr Super-G. Die Startnummer eins trug er schon in Lake Louise – warum also nicht am Sonntag auch die Kronnummer?
Die Fans daheim wissen: Wenn von Allmen in Kvitfjell die Kanten setzt, schlägt’s durchs ganze Berner Oberland. Die Red-Bull-Dose steht bereits im Kühlschrank, bereit für ein kleines Finale mit großer Wirkung.
