Vom celta-bankett in luis de la fuentes wm-küche: javi rodríguez packt das trikot aus
Die WhatsApp-Explosion kam zur Primetime. „Ich dachte, meine Kollegen machen einen üblen Scherz“, sagt Javi Rodríguez und kramt trotzdem schon den roten Celta-Rucksack hervor. Am 30. Mai fliegt der 25-Jährige nach Las Rozas – nicht als Urlauber, sondern als Trainingsgast der spanischen Nationalmannschaft. Luis de la Fuente lädt ihn für fünf Tage in den Vorbereitungszyklus zur WM ein.
„Erst gratulierten wir borja, dann klingelte mein telefon nonstop“
Rodríguez hatte die Live-Schaltung des Coaches gerade ausgeschaltet, als Kollege Borja Iglesias’ Namen fiel. Jubel im Celta-Block. Sekunden später trudeln Screenshots, Sprachnachrichten, Emoji-Paraden ein. „Borja rief an und sagte: ‚Kumpel, du bist auch dabei.‘ Ich hab nur gestottert.“ Der Stürmer lacht heute, aber der Ton kippt ins Hintergrundrauschen: „So etwas passiert nicht einfach so. Da denkt man an all die 6-Uhr-Läufe mit Frostbeulen an den Füßen.“
Dass er überhaupt auf dem Radar des Verbandes landete, verdankt er einer furiosen Rückrunde: fünf Tore, drei Assists, 28 eroberte Bälle im letzten Drittel – Statistiken, die sogar die Scouts des FC Barcelona aufhorchen ließen. Doch Rodríguez redet lieber über Arbeitsethos statt Zahlen. „Ich fahre nicht zum Selfie, sondern zum Mitmachen. Wenn ich die Tore einsammeln muss, mache ich das. Hauptsache Spanien gewinnt.“

Aspas’ spruch und der neue kalender
Kapitän Iago Aspas hatte sich direkt nach dem Training gemeldet: „Er meinte, jetzt habe ich die Auswahl sogar beim Scouting getäuscht – typischer Galicier-Humor.“ Rodríguez nimmt den Spott mit einem Grinsen hin, weiß aber: „Aspas hat mir anschließend eine lange Sprachnachricht geschickt: ‚Genieße jede Minute, du verdienst es.‘“
Urlaub? Abgeblasen. Stattdessen steht jetzt eine Woche High-Speed-Training mit Busquets-Nachfolger Pedri und Co. auf dem Plan. „Eine Woche mehr Arbeit? Wenn das der Preis für ein Lebenstraum-Ticket ist, nehme ich zwei“, sagt er und zwinkert. Die Familie habe bereits neue Flugtickets gebucht – nach dem Lehrgang geht’s nach Hause, dann endlich Strand. „Aber erst mal WM-Atemluft schnuppern.“
Und weiter? Rodríquez zuckt mit den Schultern, dann kommt sein Satz wie ein Aufschlag: „Wenn ich zurückkomme, will ich nicht nur Geschichten erzählen, sondern auch den Celta nach vorne schleudern.“ Am 12. August wartet bereits das erste Pflichtspiel. Bis dahin hat er sich vorgenommen, ein paar Pedri-Turnübungen zu klauen – und vielleicht auch das ein oder andere Autogramm für seine kleine Schwester. Die nächste WhatsApp-Explosion kommt bestimmt. Dann aber mit Bild: Rodríguez im WM-Dress. Kein Scherz mehr.