Vollering triumphiert: niedermaier und van der breggen im kielwasser
Ein Paukenschlag im Giro d'Italia Femminile! Demi Vollering (FDJ United-Suez) hat am Mittwoch die fünfte Etappe über 146 Kilometer mit 3.400 Höhenmetern gewonnen und damit erstmals bei dieser Rundfahrt den Etappensieg errungen. Eine Leistung von beeindruckender Stärke und taktischer Finesse, die das Rennen völlig neu ordnete.
Die königsetappen fordern ihren tribut
Die Etappe von Longarone nach Santo Stefano di Cadore war alles andere als ein Spaziergang. Die ersten anspruchsvollen Bergwertungen dieser Giro-Edition – der Tre Croci (erster Kategorie) und die zweimalige Anfahrt auf den Sant'Antonio und Costa (9%) – setzten die Fahrerinnen von Beginn an unter Druck. Die Luft war dünn, die Beine schwer, und die Konzentration war gefragt, um den zahlreichen Attacken standzuhalten.
Vollering, die sich zunächst im Verborgenen hielt, schlug dann zu. Mit einem entschlossenen Angriff kurz vor dem letzten Anstieg katapultierte sie sich an die Spitze und ließ ihre Rivalinnen stehen. Die Entscheidung fiel fast 17 Kilometer vor dem Ziel, als Vollering ihre Position behaupten und den Sieg im Sprint gegen ihre Landsfrau Anna van der Breggen (SD Worx–Protime) und die deutsche Fahrerin Antonia Niedermaier (Canyon-Sram) perfekt machte.
Die Verfolgergruppe, angeführt von Isabella Holmen (Lidl-Trek), die mit einem Rückstand von nur zwei Sekunden auf Platz vier einlief, und Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) auf Platz fünf, konnte nicht mehr entscheidend nachziehen. Van der Breggen verteidigte zwar das Rosa Trikot der Gesamtführung, doch Vollering verkürzte den Rückstand auf nur noch eine Minute. Ein klares Signal an die Konkurrenz: Der Kampf um den Gesamtsieg ist noch lange nicht entschieden.
Die Tageswertung: Vollering erreichte das Ziel in 4:23:47 Stunden. Niedermaier landete knapp dahinter, gefolgt von van der Breggen. Die Abstände im Kampf um die vorderen Plätze waren minimal, was die Spannung und Intensität des Rennens unterstreicht. Marlen Reusser (Movistar) wurde Siebte, 53 Sekunden hinter der Spitze. Aber was bedeutet das für die weiteren Etappen?
Die Tabelle der Top 5 nach der fünften Etappe: Van der Breggen (1:24), Niedermaier (1:24), Holmgren (2:01), Reusser (2:03), Vollering (1:00). Vollering ist nun eine ernstzunehmende Anwärterin auf den Gesamtsieg.

Ein wendepunkt im rennen
Dieser Etappensieg ist nicht nur ein Triumph für Demi Vollering, sondern auch ein Wendepunkt im Giro d'Italia Femminile. Die junge Niederländerin hat bewiesen, dass sie zu den stärksten Fahrerinnen der Welt gehört und bereit ist, um den Gesamtsieg zu kämpfen. Die kommenden Etappen werden zeigen, ob sie ihre Form halten und die Konkurrenz endgültig abhängen kann. Doch eines ist sicher: Das Rennen hat jetzt einen neuen Favoriten.
