Völler zerlegt müller live: „mach deinen trainerschein, thomas“

Rudi Völler hat mit einer knappen, aber tödlichen Ansage den Zwist mit Jürgen Klopp und Thomas Müller beigelegt – und der Weltmeister von 2014 steht plötzlich wie ein Schuljunge da. Die Botschaft des DFB-Sportdirektors in der ARD-Sendung „Sportschau“: „Ihr seid gut für die Komik, aber die Taktik überlasst lieber den Profis.“

Der lehrmeister und der lehrling

Das war kein Streitgespräch mehr, das war ein Schooling in Echtzeit. Völler sprach, Müller nickte – und die Sendung wurde zum Selbstgespräch des 1990er Weltmeisters. Die Zeile, die noch nachhallt: „Thomas, du könntest einen kleinen Trainerschein machen, um ein wenig mehr zu verstehen.“ Eine Ohrfeige mit Samthandschuh, serviert im Hauptabendprogramm.

Müller, der in München jahrelang über Kritik erhaben war, musste das Urteil direkt verdauen. Keine Gegenrede, keine Pointe – nur das Raunen der Moderatoren im Off. Für einen Mann, der seine Karriere mit Späßen und Toren definiert hat, war das ein Moment der nackten Entblößung.

Hoeneß hatte den anfang gemacht

Hoeneß hatte den anfang gemacht

Der Vorlauf war bitter. Schon vor Monaten hatte Uli Hoeneß bei DAZN gemurmelt, Müller sei „nur noch der Pressesprecher der Bayern“ gewesen. Damals lachte noch halb Deutschland. Nun lacht niemand mehr. Die Kette der Demütigungen ist voll: Hoeneß, Klopp, Völler – alle haben sie den 36-Jährigen in dieser Saison aufs Podest gestellt und ihm die Leviten gelesen.

Müller selbst flüchtete nach Kanada, wo er für die Vancouver Whitecaps kickt. Doch die MLS kann die Schlagzeilen nicht abschütteln. Eine ironische Pointe: Der Spieler, der jahrelang die Medien steuerte, wird nun von denselben Medien gesteuert.

Ob er Völlers Ratschlag folgt und tatsächlich den Trainerschein anpeilt? Bleibt offen. Eins steht fest: Die Fernsehkabine hat ihren Charme verloren, und der Ex-Freigeist steht erstmals mit leerem Magazin da. Die Ära Müller als Evergreen des deutschen Fußballs endet nicht mit einem Tor, sondern mit einem Vortrag – gehalten von Rudi Völler, 64, Weltmeister und neuerdings auch Lehrmeister.