Völler: lagerkoller? eine illusion der alten fußballwelt!

Winston-Salem – Die Zeiten ändern sich, und das weiß auch Rudi Völler. Der DFB-Sportdirektor hat im Vorfeld der WM 2026 eine Ansage gemacht, die viele überraschen dürfte: Lagerkoller, dieses Phänomen der Langeweile und des Unbehagens in langen Turnierphasen, existiert in der heutigen Fußballwelt schlichtweg nicht mehr. Die ständige Erreichbarkeit durch Smartphones und das Internet hat das Spiel komplett verändert.

Die goldene ära der langeweile: erinnerungen an frühere weltmeisterschaften

Völler erinnert sich noch gut an die Zeiten, als die Wochen auf Weltmeisterschaften sich hinzogen und die Spieler mit sich und ihrer Umgebung allein waren. „Als ich selbst noch Nationalspieler war, konnten die gemeinsamen Wochen, zum Beispiel bei Weltmeisterschaften, lang werden“, so Völler. Damals gab es keine Ablenkung, keine Möglichkeit, sich mit der Außenwelt zu verbinden. Geschichten über Lagerkoller, über Spannungen und Konflikte im Team, sind Legende geworden.

Doch Völler schließt diese Ära kategorisch aus: „Eine Sache ist definitiv anders: Wir hatten kein Internet und keine Handys. Es gibt keinen Lagerkoller mehr, man ist immer mit der Heimat verbunden und immer beschäftigt. Das ist heute ganz anders.“ Die moderne Fußballer-Generation ist ständig vernetzt, informiert und kann sich die Zeit mit sozialen Medien, Nachrichten und Videospielen vertreiben. Das Teamgeist wird durch digitale Kommunikation gestärkt, anstatt durch unausgesprochene Spannungen zu schmälern.

Neuer fit, kimmich und co. trainieren vor fans

Neuer fit, kimmich und co. trainieren vor fans

Während Völler die mentalen Aspekte im Blick hat, gibt es positive Nachrichten rund um Manuel Neuer. Der Kapitän kehrte nach seinen Wadenproblemen ins Training zurück und deutet darauf hin, dass er am Sonntag gegen Curacao im Tor stehen wird. Ein Lichtblick für das deutsche Team!

Gestern Abend präsentierte sich das DFB-Team in Winston-Salem 3.000 Fans. Unter den Augen von Bundestrainer Julian Nagelsmann absolvierten Kimmich und Co. eine erste Trainingseinheit im Spry Stadium. Die FIFA verlangt von allen 48 teilnehmenden Mannschaften eine solche öffentliche Einheit, aber für die deutschen Spieler war es sicherlich auch eine motivierende Erfahrung, die Unterstützung der Fans zu spüren.

Nagelsmann betonte im Anschluss, dass es in der kommenden Woche darum gehen wird, eine „gute Mischung zu finden aus einer konzentrierten Gegnervorbereitung und konzentrierten allgemeinen Einheiten, die uns weiterentwickeln.“ Die Vorbereitung auf das erste Spiel gegen Curacao läuft also auf Hochtouren, und die Stimmung im Team ist gut.

Und als wäre das noch nicht genug, hat Trainer Dick Advocaat von Curacao Deutschland direkt als Favorit für den WM-Titel gebrandmarkt. „Deutschland ist natürlich klarer Favorit in der Gruppe“, so Advocaat. Der Ton ist klar: Deutschland wird gefordert sein, aber die Spieler scheinen bereit zu sein, diese Erwartungen zu erfüllen.

Die Anreise des Teams nach Winston-Salem verlief reibungslos, und selbst der Nachrücker Assan Ouédraogo konnte bereits am Sonntag im Teamhotel eintreffen. Der Zusammenhalt stimmt, die Vorbereitung läuft, und die Fans fiebern mit. Die WM 2026 verspricht ein spannendes Kapitel in der deutschen Fußballgeschichte zu werden.