Voigt rast auf platz sechs: dsv-damen verhindern nationen-debakel

Oslo – 24 Stunden nach dem Sprint-Desaster hat Vanessa Voigt dem deutschen Biathlon-Frauen den Kopf aus der Schlinge gezogen. Mit fehlerlosem Schießen und der zweitschnellsten Laufzeit des Tages schoss sich die 28-Jährige in der Verfolgung von Rang 16 auf Sechs vor – nur 49 Sekunden fehlten zum Podest. Der Sprung ins Weltcup-Top-Ten rettet der DSV-Equipe voraussichtlich den fünften Platz in der Nationenwertung und damit die letzte Rest-Decenz vor der Sommerpause.

Deutsche laufwerke aufdrehen

Julia Tannheimer lieferte die Antwort auf die Kritik vom Vortag. Die Oberstdorferin verschoss zwar drei Mal, jagte sich aber dank beste Laufrunde von Platz 22 auf Zehn. Selina Grotian schob sich von 26 auf 14, Janina Hettich-Walz von 30 auf 16. „Wir haben heute bewiesen, dass Sprint und Verfolgung zwei Paar Schuhe sind“, sagte Sportdirektor Markus Geyer nach dem Rennen. Die Zahlen sprechen für sich: Alle vier DSV-Starterinnen verbesserten sich im Gesamtklassement, das Saison-Ziel Rang fünf ist nur noch theoretisch zu verlieren.

Vorn setzte sich Hanna Öberg durch, obwohl sie wie schon im Sprint drei Strafrunden laufen musste. Die Schwedin entschied ein Zielsprint-Duell gegen Julia Simon mit 0,5 Sekunden Vorsprung für sich. Ihre Schwester Elvira komplettierte das schwedischen Doppel. Lou Jeanmonnot sicherte sich in Abwesenheit von Lisa Vittozzi die kleine Kristallkugel für die Verfolgungswertung – ein Trostpreis für die Französin, die sich seit Wochen mit Corona-Spätfolgen herumschlägt.

Historische durststrecke bahnt sich an

Historische durststrecke bahnt sich an

Trotz Voigts Aufbäumen bleibt die Bilanz 2025/26 erschütternd: Kein einziger Weltcupsieg steht für die deutschen Frauen zu Buche – so schwach war die DSV-Damen-Truppe noch nie seit Einführung des Weltcups. Die letzte Chance auf einen Erfolg nähert sich am Sonntag (13.30 Uhr/ZDF) mit den Massenstarts in Oslo. Dann beginnt eine achtmonatige Zwangspause, in der neue Trainer, neue Stöcke und neue Hoffnungen aufgebaut werden müssen.

Voigt atmete nach dem Ziel durch: „Wir haben gezeigt, dass wir noch zuschlagen können.“ Die Frage ist nur: Wann endlich wieder an der Spitze?