Vogts schockt: dfb-selbstüberschätzung bremst deutschen fußball!
Der frühe K.O. bei der WM hat eine heftige Auseinandersetzung innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes ausgelöst. Ehemalige Nationalspieler und Experten fordern nun einen radikalen Umbruch, angeführt von keiner geringeren Persönlichkeit als Berti Vogts. Seine Worte sind ein Schlag ins Gesicht für viele Funktionäre und Trainer: Der DFB verliert den Bezug zur Welt.
Die goldene zeit der internationalen beobachtung ist vorbei
Vogts, der als Bundestrainer 1996 die Europameisterschaft gewann, prangert in seiner Kolumne für die Rheinische Post eine gefährliche Selbstzufriedenheit an. „Wir dürfen nicht mehr in einem Elfenbeinturm sitzen und sagen: Wir sind der DFB, so wie wir es machen, ist es richtig“, schreibt der 79-Jährige. Das ist eine klare Ansage, die den Finger in eine Wunde legt, die schon lange schmerzt. Die regelmäßigen Treffen zwischen Bundestrainer und Bundesliga-Trainern, bei denen internationale Taktiken und Entwicklungen diskutiert wurden – eine Praxis, die Vogts vehement fordert – scheinen in Vergessenheit geraten zu sein.
Die Zeiten, in denen englische, spanische oder italienische Nationaltrainer geladen wurden, um ihr Fachwissen zu teilen, sind lange vorbei. Vogts betont, dass die deutschen Trainer dringend lernen müssen, „über den Tellerrand“ zu schauen. Es geht nicht darum, blindlings ausländische Taktiken zu kopieren, sondern darum, sich inspirieren zu lassen und zu erkennen, wo es Verbesserungspotenzial gibt. Ein doppeljährliches Meeting, wie Vogts vorschlägt, könnte hier Abhilfe schaffen und das notwendige Know-how vermitteln – schneller als ein teurer Aufenthalt an der Sporthochschule.

Fehlende mentalität und athletik: wo liegt das problem?
Doch Vogts' Kritik geht noch tiefer. Er sieht eine besorgniserregende Entwicklung bei den deutschen Profifußballern: „Wir haben im Moment keine Spieler, die auf höchstem Niveau mithalten können.“ Es fehlen die Leidenschaft, die Kampfbereitschaft und die Athletik, die den deutschen Fußball früher so erfolgreich machten. Die anderen Nationen sind schneller, athletischer und kämpfen besser – eine Erkenntnis, die für den DFB schmerzhaft ist.
Vogts stellt die Frage in den Raum: Warum sind unsere Spieler nicht mehr Weltklasse? Warum hinken wir in den Disziplinen hinterher, die uns früher stark gemacht haben? Die Antwort dürfte in einer Kombination aus fehlender Disziplin, mangelnder Professionalität und einem veränderten Ausbildungssystem liegen. Es ist Zeit, die deutsche Fußball-DNA neu zu definieren und wieder eine Mentalität zu schaffen, die von Kampfgeist, Leidenschaft und dem unbedingten Willen zum Erfolg geprägt ist.
Die WM in Katar war ein Weckruf. Berti Vogts hat die Türkkarte gespielt und die Weichen für eine notwendige Reform gestellt. Ob der DFB seiner Kritik folgt, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Wenn sich der deutsche Fußball weiterentwickeln will, muss er seine eigenen starren Strukturen aufbrechen und sich den internationalen Gegebenheiten anpassen. Die Zeit des Festhalten an alten Gewohnheiten ist vorbei.
