Vlahovic-rückkehr droht: spalletti will sassuolo quälen
Kein Happy End nach dem Udinese-Sieg: Luciano Spalletti schlief bloß zwei Stunden, weil sein Kopf schon wieder rotiert. Thema Nummer eins: Dusan Vlahovic. Der Serbe fehlte in Friaul, die Knöchel sind zwar noch empfindlich, aber Samstag gegen Sassuolo steht der Stürmer wieder auf dem Papier – und damit die Chance, das Viertplatzer-Hoch auf Dauer zu zementieren.

Thuram humpelt, vlahovic lacht
Khephren Thuram war der andere Leidtragende. Der Mittelfeldanker flog nach 66 Minuten in Udine raus, ein Schlag auf die linke Achillessehne ließ ihn humpeln. Die Untersuchung ergiff ein Hämatom, kein Bänderriss – das ist das gute Gerede aus dem San Siro. Dennoch: Einsatz fraglich, Lauftraining erst ab Mittwoch. Spalletti verlangt aber keine Wunder, er will Optionen. Mit Vlahovic und Thuram hätte er zwei zusätzliche Geschütze, ohne sie muss er erneut auf das Notprogramm setzen.
Die Zahlen sprechen für den Trainer: Seit Jahresbeginn holte Inter durchschnittlich 2,3 Punkte pro Spiel, mit Vlahovic sogar 2,6. Die Tordifferenz kletterte von plus-12 auf plus-19, sobald der 23-Jährige mitwirkte. Für Spalletti ist das kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Die Champions-League-Ränge sind eng wie selten: Ein Punkt trennt Platz vier von Platz sieben. Wer patzt, rutscht – und verliert TV-Gelder in dreifacher Höhe.
Intern kursiert ein Plan B: Shoulder-to-Shoulder-Pressing mit Lautaro und Correa, dafür verzichtet Spalletti auf eine klassische Neun. Das klappte gegen Udine 45 Minuten lang, dann brannte das Mittelfeld Löcher. Die Lösung heißt Vlahovic, der in der Pause Schmerzmittel ablehnte und stattdessen zwei Tage mit dem Physiotherapeuten verbrachte. Sein letztes Pflichtspieltor liegt 71 Tage zurück – Druck inklusive.
Sassuolo reist ohne Berardi, dafür mit Frattesi, der Inter-Insider. Drei Siege in Folge, acht Tore, kein Gegentor – das ist die Visitenkarte der Nerazzurri. Spalletti will diese Serie ausbauen, nicht wegen der Statistik, sondern wegen der Psyche. „Wenn du oben bleiben willst, musst du oben spielen“, sagt er nach internen Berichten. Die Kabine stimmt ihm zu, die Knie von Thuram und Vlahovic müssen nur mitspielen.
Entscheidung fällt Freitagabend. Dann steht Spalletti vor der Kamera, Blick frostig, Antworten kurz. Vlahovic wird wohl dabei sein, Thuram wird wahrscheinlich draußen bleiben. Mailand zittert trotzdem nicht – es wartet. Die Meisterschaft ist längst nicht entschieden, aber wer Samstag punktet, spielt auch im Mai noch um alles. Spalletti kennt die Rechnung, seine Spieler auch. Und der Serbe? Der träumt schon vom Jubel, der lauter ist als jeder Schmerz.
