Vlahovic zögert: spallettis plan macht juve-stürmer plötzlich unverzichtbar

Die Uhr tickt. Noch 43 Tage läuft Dusan Vlahovics Vertrag bei Juventus aus – und plötzlich will der Serbe doch bleiben. Der Grund heißt Luciano Spalletti.

Spallettis neunerkult bringt vlahovic ins grübeln

Bis vor zwei Wochen galt der 26-Jährige als abgehakt. Agent Darko Ristic hatte Interesse aus London und Madrid gesammelt, die Ablösefreiheit wollte der Spieler nutzen, um sich die Gehaltsstruktur neu zu verhandeln. Dann kam Spalletti, sah das letzte Saisonspiel gegen Atalanta – und ließ das Scouting vor Ort sofort durchreichen: Dieser Vlahovic ist keine Auslaufmodel, sondern der Drehpunkt.

Die Zahlen stimmen. Seit dem Trainerwechsel hat der Angreifer in sieben Partien sechs Mal getroffen, dazu zweimal die Vorlage gegeben. Seine xG-Quote stieg von 0,47 auf 0,71 pro 90 Minuten, weil Spalletti ihn nicht mehr isoliert, sondern mit McKennie und Yildiz in kurzen Dreiecken umspielt. Die Folge: Vlahovic kommt jetzt durchschnittlich 4,3 Mal pro Spiel im Sechzehner zum Ball – vorher waren es 2,9.

Im Klub kursiert ein internes Papier, das die Entwicklung aufzeigt. Titel: „Il nuovo nove di Spalletti“. Darin: eine Heatmap, die fast aussieht wie die von Immobile in der Meistersaison 2019/20. Kein Zufall, Spalletti war damals sein Coach.

Tudor hatte ihn aufs abstellgleis geschoben, spalletti holt ihn zurück

Tudor hatte ihn aufs abstellgleis geschoben, spalletti holt ihn zurück

Unter Igor Tudor war Vlahovic oft nur noch Joker. Der Kroate setzte auf Miliks Beweglichkeit und ließ den Serben hinter der Spitze wandern – ein Rollenmodell, das dessen Spielweise konterkarierte. Die Folge: vier Monate ohne Treffer, Gerüchte über ein vorzeitiges Aus. Spalletti änderte die Räume, verlangt jetzt tiefe Laufwege zwischen die Innenverteidiger und erlaubt ihm, den ersten Kontakt außerhalb des Strafraums zu suchen. Ergebnis: Vlahovic fühlt sich wieder als Referenzpunkt, nicht als Statist.

Die emotionale Komponente spielt mit. In Torinos Cafés erzählen Leute, wie der Stürmer nach dem 3:1-Sieg über Lazio vor der Curva Sud stand und die Schals der Fans hochhielt – ein Bild, das ihn selbst überraschte. „Ich hatte vergessen, wie laut sie meinen Namen rufen können“, soll er einem Mitarbeiter gesagt haben.

Die ablösefreiheit bleibt verhandlungsmasse

Die ablösefreiheit bleibt verhandlungsmasse

Juve-Chef Cristiano Giuntoli will das Gehalt von 12 Millionen Euro brutto nicht einfach fortsetzen. Sein Angebot: 8,5 Millionen fix plus 2 Millionen Leistungsprämien, Laufzeit bis 2028. Vlahovic’ Seite signalisierte Bereitschaft, verlangt aber eine Ausstiegsklausel bei 80 Millionen – eine Summe, die den Klub bei späterem Verkauf schützt und dem Spieler Flexibilität gibt.

Die Entscheidung fällt nach der letzten Partie der Saison am 30. Mai gegen Milan. Spalletti hat intern klar gemacht: „Ohne Dusan gibt es kein 3-5-2 mit Ballbesitz.“ Ein Satz, der in Turin Gewicht hat, weil der Coach sonst lieber mit zwei kleinen Spitzen arbeitet.

Die Fans haben bereits reagiert: In den sozialen Netzwerken kursiert das Hashtag #DusanRimani, innerhalb von 48 Stunden über 120.000 Posts. Die Botschaft ist eindeutig – und sie erreicht den Spieler. Ob sie reicht, wird sich zeigen. Fest steht: Wer vor Wochen noch von einem sicheren Abschied sprach, schweigt jetzt. Manchmal reicht ein Blick in die Zahlen – und einer in die eigene Ego-Karte. Vlahovic hat beides gesehen.