Vlahovic bleibt draußen – juve muss in udine wieder ohne top-stürmer auskommen

Es ist der Albtraum jedes Trainers: Der Stürmer, auf den man sich verlässt, fehlt genau dann, wenn die Punkte zählen. Für Massimiliano Allegri wird dieser Albtraum Realität – Dusan Vlahovic wird auch am Wochenende in Udine nicht mit von der Partie sein.

Allegri muss improvisieren – und das kurz vor der heißen phase

Allegri muss improvisieren – und das kurz vor der heißen phase

Die Nachricht schlug ein wie ein Schlag in die Magengrube. Nach Tagen des Hoffens, nach gemeinsamen Einheiten mit der Mannschaft, nach Optimismus in den Gazetten – jetzt das: Vlahovic spielt nicht. Die medizinische Abteilung der Juventus hat den Daumen nach unten gedrückt, der Serbe bleibt im Hotel, die Black-and-White müssen erneut umbauen.

Der Grund? Kein neuer Rückschlag, keine dramatische Entzündung. Einfach: noch nicht bereit. Die Belastungssteuerung zeigte am Freitag rot, das Laufverhalten war noch nicht sauber, die Reaktion auf Sprinteinheiten zu spät. Für Allegri ein Kalkül, für Vlahovic ein Ruck.

Udine ist kein Spaziergang. Die Friauler haben in den letzten fünf Heimspielen zwölf Punkte geholt, nur ein Gegentor kassiert. Ohne Vlahovic droht Juve wieder die alte Leere im Sechzehner. Keef, Iling-Junior, Milik – keiner von ihnen hat die Doppelbelastung aus Zielspieler und Tiefe wie der 24-Jährige.

Die Folgen reichen über dieses Spiel hinaus. Die AS Roma wartet schon in der folgenden Woche, dann folgt das Coppa-Duell gegen Lazio. Drei Partien, neun Punkte, Saisonziel Champions-League-Platz. Allegri kann sich keinen weiteren Ausrutscher leisten, das weiß auch John Elkann, der die Kabine am Donnerstag per Zoom schaltete. Die Botschaft: „Wir glauben an euch, aber Glauben allein reicht nicht.“

Vlahovic selbst schwieg auf Anfrage. Kein Post, kein Statement, nur ein kurzer Daumen-hoch-Gruß an die Mitspieler auf Instagram. Die Verantwortlichen beruhigen: keine Operation, keine Chronik, nur ein langsames Remodellierungstempo. Trotzdem: Jeder Tag kostet Selbstvertrauen – und Marktwert.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit Vlahovic erzielte Juve in dieser Serie-A-Saison 1,9 Tore pro Spiel, ohne ihn nur 1,1. Die Schussquote brach um 18 Prozent ein, die Ballgewinne im letzten Drittel um 22. Kleine Unterschiede, große Wirkung.

Am Samstagnachmittag um 18 Uhr wird das Team in Friaul ankommen, ohne den Stürmer, der 38 Millionen Euro Ablöse kostete. Allegri wird wieder von flexibler Dreierkette sprechen, von Breitengrätschen und zweiten Bällen. Die Fans werden trotzdem fragen: Wer trifft für uns? Die Antwort fällt schwer.

Und so steht die Vecchia Signora vor ihrer vielleicht entscheidenden Woche mit einer Leere im Kasten da, die kein taktisches Fingerspiel füllen kann. Die Meisterschaft ist zwar nicht am ersten verlorenen Tor zu messen – aber sie kann durchaus an einem nicht erzielten entschieden werden.