Vingegaard unter druck: zeitfahren wirft fragen auf!
Jonas Vingegaard, der vermeintliche unangefochtene Herr des Giro d'Italia 2026, steht plötzlich vor einer unerwarteten Herausforderung. Während er weiterhin als Top-Favorit auf den Gesamtsieg gilt, hat das gestrige Zeitfahren in Massa Risse in sein bisher souveränes Bild gezaubert. Die Konkurrenz, geschwächt durch zahlreiche Stürze in den bisherigen Etappen, scheint sich nun langsam zu formen.

Ganna brilliert, vingegaard kämpft
Filippo Ganna lieferte ein wahres Meisterwerk ab und dominierte das 42 Kilometer lange Einzelzeitfahren in Massa. Doch das eigentliche Aufsehen erregte die Leistung von Thymen Arensman, der mit einer beeindruckenden Fahrt nur 1:53 Minuten auf Ganna einbüßte und Vingegaard um fast zwei Minuten distanzierte. Das Ergebnis lässt Fragen aufkommen: War das lange, flache Profil des Zeitfahrens nicht ideal für den dänischen Routinier? Oder deutet es auf eine Schwäche in Vingegaard's Form hin?
Der zweifache Tour-de-France-Sieger selbst wirkte nach dem Rennen bedient. „Es war schrecklich, dieses Zeitfahren war lang und flach. Das ist nicht meine Stärke. Ich habe es nie besonders gut gemacht, und es liegt anderen Fahrern mit mehr Kraft und Statur besser“, erklärte Vingegaard am Ziel. Die Länge des Parcours – 42 Kilometer – schien ihn sichtlich zu überfordern, im Gegensatz zu seinen gewohnten Leistungen, wenn es bergauf ging.
Arensman als neue Gefahr
Arensman, der bereits in der Vergangenheit Pogacar in den Bergen bezwingen konnte, nutzte die Gunst der Stunde und katapultierte sich in der Gesamtklassement auf den dritten Platz, nur noch 1:30 Minuten hinter Vingegaard. Visma-Alpecin scheint vorerst die Kontrolle zu behalten, doch die Ausgangslage hat sich dramatisch verändert. Das Team kann sich entspannen, solange die Berge fern bleiben.
Die Entscheidung wird am Samstag, den 23. Mai, fallen, wenn die Fahrer einen anspruchsvollen Bergabschluss in Pila erwarten können, mit 4200 Metern Höhenunterschied. Dort wird sich zeigen, ob Vingegaard seine Zweifel ausräumen und Visma-Alpecin den dritten Maillot-Leader-Triumph in den großen Rundfahrten feiern kann. Die Zweifel, die das Zeitfahren aufwarf, könnten dann wie vom Erdboden verschwinden.
Die Luft ist raus bei Vingegaard, zumindest vorerst. Die Konkurrenz atmet auf und Arensman hat gezeigt, dass er bereit ist, den Kampf aufzunehmen. Der Giro d'Italia 2026 verspricht ein spannendes Finale zu werden.
