Vingegaard stellt sich der herausforderung: giro d'italia als sprungbrett zum triple?

Jonas Vingegaard, der zweimalige Tour-de-France-Sieger, hat sich eine neue und ambitionierte Herausforderung gesetzt: die Teilnahme am Giro d'Italia. Mit dem Ziel, die magische Triplette aus Giro, Tour und Vuelta zu vollenden, tritt der Däne in die Pedale – ein Unterfangen, das bisher nur wenigen Fahrern gelingt. Doch Vingegaard ist nicht nur ein Titelaspirant, sondern auch ein Mann, der sich nach Veränderung sehnt und im italienischen Klassiker eine entscheidende Rolle für seine Vorbereitung auf die Tour sieht.

Die suche nach neuer motivation im „bel paese“

„Ich hatte das Gefühl, ich brauchte eine Veränderung“, erklärt Vingegaard in einem Interview kurz vor dem Start in Nessebar, Bulgarien. „Der Giro ist ein großes Ziel für mich, und ich bin überzeugt, dass diese Wochen mich in Topform bringen werden.“ Hinter dieser Aussage verbirgt sich mehr als nur sportliche Strategie: Vingegaard, der bereits Tadej Pogacar in der Vergangenheit bezwingen konnte, sucht nach neuen Impulsen und einer Rückkehr zu alter Stärke.

Seine Leidenschaft für Italien geht jedoch weit über den sportlichen Aspekt hinaus. „Ich liebe Italien!“, schwärmt der Däne. „Das Essen, die Kultur – alles ist besonders. Ich erinnere mich gerne an meinen ersten Trainingslager dort, als Teenager in der Nähe von Lucca. Ich habe mich sofort in das Land verliebt.“

Rivalen im blick: yates, pellizzari und co.

Rivalen im blick: yates, pellizzari und co.

Der Weg zum Giro-Sieg wird jedoch alles andere als einfach. Adam Yates, Francesco Pellizzari, Egan Bernal, Eddie O’Connor und Giulio Gall sind nur einige der gefährlichsten Gegner, denen sich Vingegaard stellen muss. „Es werden viele harte Tage“, warnt er. „Das Blockhaus, Corno alle Scale, der Bergzeitlauf in Val d’Aosta – es gibt zahlreiche Etappen, an denen man sich entscheidend absetzen kann.“

Besonders interessant ist Vingegaards Einschätzung der Unvorhersehbarkeit des Giro. „Ich finde den Giro unberechenbarer als die Tour oder die Vuelta. Man muss jeden Tag bereit sein, denn Überraschungen können überall lauern.“

Die schatten der vergangenheit und der blick nach vorn

Die schatten der vergangenheit und der blick nach vorn

Zwei Jahre sind vergangen, seitdem Vingegaard bei einem Unfall in den baskischen Ländern schwer stürzte. „Es war nicht einfach, danach wieder in Form zu kommen“, gibt er zu. „Aber die Freude am Radsport hat mir die Motivation gegeben, wieder anzugreifen und mich stetig zu verbessern.“

Die Entscheidung seines ehemaligen Teamkollegen Simon Yates, seine Karriere frühzeitig zu beenden, kam für Vingegaard überraschend. „Ich habe großen Respekt vor seiner Entscheidung“, kommentiert er die Nachricht. „Er hatte eine großartige Karriere und wusste, wann es an der Zeit war, aufzuhören.“

Mehr als nur ein rennen: sicherheit und leidenschaft

Mehr als nur ein rennen: sicherheit und leidenschaft

Als passionierter Radfahrer engagiert sich Vingegaard auch für die Sicherheit im Straßenradsport. „Ich würde mir wünschen, dass weniger Energie in die Schaffung neuer Regeln gesteckt wird, und stattdessen mehr auf die Einhaltung der bestehenden geachtet wird“, betont er. „Die Straßen müssen sauber und in gutem Zustand sein, und das Verhalten der Zuschauer muss respektvoller sein.“

Vingegaard, der sich als Liverpool-Fan outet und die Rivalität zwischen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo als Inspiration betrachtet, blickt mit Zuversicht auf die kommenden Wochen. „Meine Familie wird mich während des Rennens nicht begleiten, aber in Rom werden sie natürlich da sein. Sie sind mein Leben.“

Mit seiner Entschlossenheit und seinem unbändigen Willen ist Jonas Vingegaard bereit, Geschichte zu schreiben und die Welt des Radsports in neue Höhen zu führen. Ob er die Triplette perfektionieren kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Der Giro d'Italia wird ein unvergessliches Kapitel in seiner Karriere werden.