Villarreal lockte giráldez – celta-kapitän lehnte champions-job ab

Claudio Giráldez stand vor dem Sprung in die ChampionsLeague – sagte ab. Der Villarreal CF, aktuell Dritter der Primera División, hatte den 38-jährigen Celta-Trainer auf dem Zettel, um den im Sommer freiwerdenden Platz von Marcelino zu besetzen. Das Gespräch fand statt. Das Angebot war konkret. Die Antwort fiel binnen Minuten: Nein, danke, ich bleibe in Vigo.

Warum ein europa-league-klub einen champions-league-klub ausschlagen kann

Giráldez kennt die Zahlen. Villarreal spielt 2024/25 wieder in der Königsklasse, zahlt Top-Gehälter und wirft mit Projektionsflächen um sich. Dennoch unterschrieb er vor zwei Wochen bis 2028 – bei einer Mannschaft, die vor zwölf Monaten noch gegen den Abstieg zitterte. Der Grund liegt in einer einzigen Tabelle: 103 Pflichtspiele hat er in etwas mehr als zwei Jahren auf der Bank von RC Celta absolviert, 62 Punkte holte er in dieser Saison, so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Europa-League-Quali ist greifbar, die Einschaltquote der Vigoer steigt, und die Tribüne singt seinen Namen. Für einen Coach, der vor drei Jahren noch die U-19 coachte, ist das ein Turbo, den er nicht gegen eine Zwischenstation eintauscht.

Die Details des Gesprächs, die MARCA aufdeckte, zeigen, wie weit Villarreal ging. Sportdirektor Miguel Ángel Tena legte ein Konzept vor, das Giráldez volle Kontrolle über die Talentschmiede garantierte – ein Kompetenzbereich, den der Galicier bei Celta bereits komplett umkrempelt hat. Er kennt jeden U-17-Spieler, jeden Datenpunkt der Scouts. Dieses Netzwerk aufzugeben, hieße, sich selbst ein Bein zu stellen. „Ich bin nicht perfekt, ich mache Fehler en masse“, sagte er nach der Vertragsverlängerung, „aber ich habe hier noch was zu beenden.“

Die Cifra, die das alles erklärt, lautet 42,3 Prozent. So hoch ist sein Punkteschnitt gegenüber dem Vorgänger Eduardo Coudet. Mit dem gleichen Kaderkern schoss er die Mannschaft aus den Abstiegsränken auf Platz neun – vor Athletic, vor Real Betis. Villarreal mag Champions-League-Prämien versprechen; Giráldez reicht der eigene Aufwärtstrend.

Der nächste sommer wird teuer

Der nächste sommer wird teuer

Der Klub aus Castellón wird nicht lockerlassen. Premier-League-Scouts haben Giráldez bereits im Winter notiert, und in Spanien gilt er als möglicher Nachfolger von Xavi, sollte Barça im Mai umsatteln. Celta wiederum hat die Ausstiegsklausel auf 25 Millionen Euro hochgeschraubt – ein Spottpreis für einen Markt, in dem Brighton 23 Millionen für Roberto De Zerbi zahlte. Die Botschaft ist klar: Wer ihn jetzt holt, muss sich blamieren oder zahlen.

Giráldez bleibt, zumindest für 24 Monate. Danach wird der 40-jährige Trainer mit einem Europa-League-Logo auf der Brust und einem Budget, das sich verdoppelt hat, wieder verhandlungsbereit sein. Villarreal wird wieder anrufen. Ob er dann abhebt, hängt davon ab, ob Celta bis dahin nicht nur träumt, sondern spielt – in der Champions League. Bis dahin sitzt er auf der Bank von Balaídos, pfeift sich die Hände warm und weiß: Der nächste Anruf kommt garantiert.