Vigo rückt in den fokus: fifa-wm 2030 könnte nach galicien kommen

Die spanische Fußballföderation RFEF schickt Vigo ins Rennen. Nachdem Málaga und A Coruña ihre Bewerbungen für die WM 2030 zurückgezogen haben, rückt die Hafenstadt an der Atlantikküste in die zweite Reihe – und die Stadtverwaltung feiert das bereits als halben Sieg.

Bürgermeister Abel Caballero atmet auf, aber nur kurz. „Eine gute Nachricht, keine Frage. Doch sie kommt zwei Jahre zu spät“, sagt er. Während andere Städte bereits Pläne schmieden und Bagger rollen, wartet Vigo auf ein offizielles Schreiben. „Bislang wissen wir nur, was die Medien berichten. Die Föderation muss endlich mit uns reden.“

Der zeitplan wird zum gegner

Die Uhr tickt. Die FIFA will bis Ende 2025 alle Spielorte festzurren. Vigo aber hat weder ein genehmigtes Budget, noch ein konkretes Erweiterungsmodell für das Stadion Balaídos. Der Celta-Vigo-Traditionsbau soll von 29.000 auf 40.000 Plätze wachsen, doch der letzte offizielle Entwurf stammt aus dem Jahr 2022. Seitdem herrscht Betonstille.

Luisa Sánchez, Vizepräsidentin der Provinz Pontevedra und lokale PP-Chefin, versichert: „Wir haben nicht geschrien, aber konstant nachgelegt.“ Ihre Strategie: Druck auf A Coruña ausüben, damit die Konkurrenz sich erklärt – und gleichzeitig Madrid sanft erinnern, dass Vigo bereitsteht. „Ohne Streit, aber mit klarer Stimme“, sagt sie. „Das beweist: Beides geht zusammen.“

Doch selbst wenn die FIFA grünes Licht gibt, bleibt die Frage: Wer zahlt? Die zentrale Regierung in Madrid hat 1,2 Milliarden Euro für Infrastrukturmaßnahmen locker gemacht, die Regionalregierung von Galicien aber pocht auf eine Aufteilung. Kommt kein Schnellschlag, droht erneut Verzögerung. Und Verzögerung bedeutet in der WM-Planung meist Ausstieg.

Celta will mitwachsen – und mitverdienen

Celta will mitwachsen – und mitverdienen

Für den Celta Vigo wäre die WM ein Geschäft mit Ansage. Klubchef Marianne Torres bestätigt: „Ein modernisiertes Balaídos passt zu unseren langfristigen Zielen.“ Mehr Zuschauer, mehr VIP-Logen, mehr Naming-Rights-Erlöse. Doch der Klub steht nicht allein da. Auch die umliegenden Gemeinden hoffen auf Investitionen in Trainingsplätze und Hotelkapazitäten.

Die FIFA-Inspektoren werden voraussichtlich im Herbst eintreffen. Bis dahen muss Vigo liefern: ein Zeitplan, der sich nicht nur aus Wunschdenken zusammensetzt, und eine Finanzierungslücke, die kleiner ist als der Atlantik. Sonst wird aus dem großen Traum nur ein Fußnote in der Geschichte einer WM, die eigentlich schon anderorts vergeben schien.