Viertelfinale ohne krone: rieck raus, bayern-revanche, kiel lacht

Die Krone ist im Kornfeld liegen geblieben. Im Achtelfinale des VBL Grand Final verabschiedeten sich der amtierende Einzelmeister Levy Finn Rieck, der Pokalsieger Lukas Wolff und der Club-Champion Francesco Allocca – allesamt innerhalb von 90 Minuten, allesamt gegen Außenseiter, die plötzlich nur noch zwei Siege vom Titel entfernt sind.

Der schüler schlägt den lehrer

RB-Youngster Alihan Hadzhi hatte seinen Mentor Rieck nie zuvor in einem offiziellen Match besiegt. Jetzt riss er mit einem 6:4 die Kette des Meisters und übernahm dessen Staffelstab – ohne Umarmung, nur mit einem kurzen Faustcheck und dem Satz „Weiter so, Bruder“ im Stream. Für Rieck war es das dritte enge Gruppenfinish in Folge; diesmal half auch die Routine nicht mehr. „Ich habe meine Verteidigung offen wie die Elbe“, sagte er nur, bevor er den Raum verließ.

Nordlicht statt fohlen-trikot

Nordlicht statt fohlen-trikot

Keinen einzigen Live-Karten-Push mehr erhalten die Gladbacher Anhänger: Lukas Wolff verlor 6:9 gegen Kiels Justin Springer, der bis dato nur als Sparringspartner für große Namen durchging. 15 Tore in zwei Halbzeiten – das ist kein Spiel, das ist ein Basketball-Ergebnis. Springer selbst konnte es kaum fassen: „Ich habe vorher nie ein Grand-Finale gesehen, jetzt bin ich drin und schmeiße den Titelverteidiger raus. Irgendwer sollte mir das aufzeichnen, sonst glaubt mir meine Mutter nicht.“

Bayern rächt sich, freiburg grinst

Bayern rächt sich, freiburg grinst

Die Final-Revanche von München gelang: Koray Kücükgünar schickte Allocca mit 3:2 nach Dortmund zurück. Parallel schraubte sich Nassim ‚Nassada‘ Dahman trotz totalem Chaos-Screens an Umut Gültekin vorbei. „4:0 in der Swiss und dann Umut – das ist ein Scherz, oder?“ sagte er live ins Mikro. Nun wartet mit Furkan Kayacik ein Bayern-Mann, gegen den Dahman 3:1 in der Bilanz steht. Die Statistik kennt er auswendig, sie sitzt in seinem Kopf wie ein Gebet.

Die karten sind neu gemischt

Die karten sind neu gemischt

Am Sonntag um 15 Uhr geht es los mit Dahman gegen Kayacik und Hadzhi gegen Mautone. 17 Uhr die Halbfinals, 19 Uhr das Endspiel – wer dann noch gewinnt, darf sich „champion“ nennen, ohne dass ein einziger Titelverteidiger dagegenhalten kann. Die Quote der Überraschung steht bei 100 Prozent. Und die Logik? Die liegt irgendwo zwischen Hamburg und Kiel, wo gerade zwei Jungs aus der zweiten Reihe feststellen, dass das Finale keine Fantasie, sondern ein Termin ist.