Vicky piria steigt aus dem tv-kommentar direkt in die ferrari 296 challenge
Von der Sky-Box direkt aufs Gaspedal: Vicky Piria tauscht Mikrofon gegen Lenkrad und pilotiert ab April eine Ferrari 296 Challenge im Italienischen GT-Sprint. Die 32-jährige Rennfahrerin und TV-Expertin debütiert für Scuderia Ghermandi by Zanasi Racing an der Seite von Giacomo „Jack“ Ghermandi – Startaufstellung 203, Startort Imola, 24. bis 26. April.
Ein traum in rot, der kein dauerfeuer aus der fernsehkabine bleibt
Piria kennt die Stimme des Sports, aber sie vermisst den Geruch von Racing-Benzin. „In einem Ferrari zu fahren, war mein Kinderzimmer-Poster“, sagt sie knapp und ohne Pathos. Mit Zanasi Racing bekommt sie jetzt Carbon statt Kameras. Die 296 Challenge leistet über 700 PS, trocknet Reifen in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 und kostet rund 400.000 Euro – ein Spielzeug, das sich nicht mit Quoten, sondern mit Sekunden auf der Uhr bezahlt macht.
Die Serie folgt einem Sprint-Modus: vier Events, keine Langstrecken-Gymnastik. Nach Imola geht’s nach Vallelunga, Mugello, Monza. Kurz, hart, medienwirksam – genau das Format, das Piria schon als Redakteurin für Sky moderiert hat. Jetzt sitzt sie selbst im 180-dB-Cockpit und muss liefern, nicht kommentieren.
Die Frage ist nicht, ob sie die Rundenzeiten kennt, sondern ob sie sie unter Druck halten kann. Der GT-Sprint ist kein Promi-Rennen, er ist ein Pool aus Ex-F1-Junioren und GT-Meisterklassen-Piloten. Wer hier zu langsam ist, landet im Rückstand, nicht im Rückblick.

Die bilanz steht schon jetzt: null trainingskilometer, volle erwartung
Piria absolvierte keine Testtage, weil Sky und Kalender keinen Spielraum ließen. Stattdessen schraubt das Team an der Set-up-Kultur: Simulation, Datenanalyse, virtuelle Runden. Die 296 Challenge ist ein Downforce-Monster, sensibel gegenüber Bodenfreiheit und Reifendruck. Ein falscher Klick im Setup kostet auf ImolasVariante Alta 0,4 Sekunden – genug, um aus dem Podium einen P12 zu machen.
Der Druck kommt auch von innen: Sponsoren lieben TV-Gesichter, aber sie bezahlen Plätze. Platzierung 203 muss also in die Top-10, sonst wird aus dem Medien-Coup eine PR-Blamage. Die Quote auf Instagram sagt noch nichts über die Quote auf der Zeitmessung aus.
Doch genau diese Mischung ist ihre Chance. Wenige Fahrer kennen beide Seiten der Kamera. Piria kann Rennstrategien deuten, weil sie sie jahrelang kommentierte. Wenn sie das in trockene Runden umsetzt, könnte sie das Feld der Influencer-Piloten neu definieren – weg von Marketing-Notlösung, hin zu ernstzunehmender Gefahr auf der Strecke.
24. April, 09:35 Uhr: Startampel geht auf Grün in Imola. Dann zählt kein Sendeplan, nur Sekundenbruchteile. Piria muss zeigen, dass ihr Traum nicht nur ein Cut für Social Media ist, sondern ein Kommando, das bis zur Zielflagge reicht. Die rote 296 wird es verraten – lautstark und ohne Kommentar.
