Vfl-wolfsburg in der abstiegsfalle: bauers letzte chance vertan
Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt – Der VfL Wolfsburg steht mit dem Rücken zur Wand. Nach der 1:2-Heimpleite gegen den Hamburger SV droht Trainer Daniel Bauer der Rauswurf, die Fans rebellieren, und die Abstiegszone rückt immer näher. Die Wölfe warten seit acht Partien auf einen Sieg – und diesmal war es keine schlechte Leistung, sondern ein dramatischer K.o. durch drei Elfmeter.
Was wie ein Fluch begann, endete wie ein Fiasko. Bereits in der 22. Minute gingen die Wölfe durch Christian Eriksen in Führung – ein Foulelfmeter, der Hoffnung machte. Doch der VAR griff dreimal ein, zweimal verwandelten die Gäste. Luka Vuskovic (33.) und Jean-Luc Dompé (58.) ließen Keeper Kamil Grabara keine Chance, obwohl er beim ersten Penalty noch die Hand dran hatte.

Die szene, die alles entschied
Die 64. Minute wird in Wolfsburg noch lange nachhallen. Dzenan Pejcinovic stand frei vor dem Tor, musste nur noch einköpfen – und traf den Pfosten. Die Arena verstummte, die Spieler sackten zusammen. Es war die letzte große Möglichkeit, doch der Ball wollte nicht rein. Stattdessen jubelte der HSV, der sich durch den Dreier auf Platz zehn schiebt und Wolfsburg auf Platz 17 fest nagelt.
Nach dem Abpfiff eskalierte die Lage. Rudelbildungen, Rangeleien, Emotionen – ein Spiegelbild der Situation. Die eigenen Anhänger hatten vorher ein Banner hochgehalten: „Letzte Chance: Unseren Rückhalt für euren Sieg“. Diese letzte Chance wurde vertan. Der Unmut wächst, die Geduld ist aufgebraucht.
Trainer Daniel Bauer hatte nach der desolaten Vorstellung in Stuttgart noch offen eingeräumt: „Die Atmosphäre und Kultur im Klub sind nicht bundesligatauglich.“ Yannick Gerhardt, seit zehn Jahren Teil des Kaders, war noch deutlicher: „Der Verein ist nicht gesund.“ Die Worte hallen nun lauter nach als je zuvor.
Die Konsequenz liegt auf der Hand: Bauer steht vor dem Aus, die sportliche Leitung um Pirmin Schwegler schwieg sich vor dem Spiel über ein Trainer-Bekenntnis aus – nun dürfte die Entscheidung fallen. Für Wolfsburg geht es am kommenden Wochenende nach Mainz. Kein Spiel mehr, sondern ein Endspiel. Der Abstieg war noch nie so nah.
